Digitalisierung: Größtes Potenzial liegt im Vertrieb

Eine aktuelle Trendresearch-Studie untersucht im Rahmen der Digitalisierung Wachstumspotenziale in der Energiewirtschaft.

Von der Erzeugung und dem Netzbetrieb über die Bereiche Handel und Marketing/Vertrieb bis hin zur Abrechnung: Die aktuelle Studie von Trendresearch "Digitalisierung in der Energiewirtschaft" untersucht  Wachstumspotenziale auf allen Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette.

Befragt wurden insgesamt 52 Energieversorger, IT- und Prozessdienstleister sowie Berater. Demnach sehen die Teilnehmer die höchsten Potenziale im Bereich Marketing/Vertrieb, in der Abrechnung und im Bereich Netze. Insgesamt soll sich das Marktvolumen der Digitalisierung durch solche Innovationen bis 2025 verdreifachen.

Auffällig sei gewesen, dass Energieversorger und Dienstleister bei den Fragen zum aktuellen Digitalisierungsgrad und künftigen Potenzialen stark voneinander abweichen. So schätzen die Energieversorger die Digitalisierung des eigenen Unternehmens als deutlich weiter fortgeschritten ein, als sie durch Dienstleister gesehen wird: 21 % von ihnen fanden, dass die Branche eine konservative und wenig innovative Haltung in diesem Bereich habe.

Potenziale bieten der Smart-Meter-Einsatz, Onlineportale und Apps für mobile Endgeräte. Zugleich bewerten die Energieversorger, dass diese starke Auswirkungen auf die gesamte Energiewirtschaft und speziell auf die Prozesse in den Unternehmen haben. Konkret beurteilen die Versorger die Veränderungen von Smart Meter zu 91 % mit "stark" oder "sehr stark". Danach folgen Onlineportale mit 72 % und Apps mit 62 %.

Die Energieversorger setzen außerdem voraus, dass Prozesse durch Dienstleister laufend an die neuen Erfordernisse angepasst und immer weiter automatisiert werden. Weiterhin werde von vielen befragten Energiemarktdienstleistern angenommen, dass die Digitalisierung im eigenen Unternehmen auch dazu führen werde, dass die Schwerpunktsetzung künftig auf Kommunikationsprozessen und -kanälen liegen wird. Als weitere Auswirkung der Digitalisierung werden steigende Anforderungen an die Mitarbeiter genannt.

Als wesentliche Treiber der künftigen Marktentwicklung identifizierte die Studie die Teilmärkte Smart Home/Building, Smart Meter und Smart Grid. Hier würden sich für die Versorger auch in Zusammenarbeit mit Dienstleistern große Chancen zum Gewinn neuer Kunden und die bedarfsgerechte Integration von EEG-Anlagen durch neue Produkte und Dienstleistungen ergeben.

Bei neuen Produkten und Dienstleistungen wird vor allem in flexiblen Tarifen eine große Chance gesehen: 40 % der Versorger nennen diesen Aspekt, bei den Dienstleistern waren es sogar 67 %. (sg)