Am 21. Januar öffnet das Heizkraftwerk in Hochfeld zum letzten Mal seine Türen für Besucher.
Stadtwerke Duisburg

Duisburger Stadtwerke: Ende von Kohlekraftwerk rückt näher

Das Heizkraftwerk in Hochfeld wird Ende März definitiv stillgelegt. Der im Bau befindliche Fernwärmespeicher in Wanheim soll ab kommendem Jahr den Regelbetrieb aufnehmen.

Mit der Schließung des Heizkraftwerks I in Hochfeld endet bei den Stadtwerken Duisburg (SWD) Ende März die Ära der Stromerzeugung aus Kohle. Am 21. Januar von 11 bis 17 Uhr öffnet das  Kraftwerk letztmalig seine Türen für Besucher. Mit der bereits 2015 beschlossenen Stilllegung reagiert der Kommunalversorger auf die massiv gesunkenen Preise an den Strombörsen. Aufgrund der Verdrängung der konventionellen Stromproduktion durch erneuerbare Energien schreiben beide Heizkraftwerke der Stadtwerke, sowohl das HKW I als auch das gasbetriebene HKW III in Wanheim, hohe Verluste. Die ältere und wartungsintensivere der beiden in Kraft-Wärme-Kopplung betriebenen Anlagen wird nun geschlossen. Das klimaschonendere HKW III lässt sich zudem für die Stromerzeugung schneller an- und abfahren als das HKW I und bleibt deshalb für die Versorgung der rund 70 000 Fernwärmekunden in der Stadt erhalten.

Fernwärmeverbindungsleitung für Anschluss an die Fernwärmeschiene Niederrhein ist bereits fertiggestellt

Gleichzeitig flexibilisieren die Stadtwerke ihre Erzeugungsstrategie. Deshalb wird seit vergangenem Jahr in Wanheim ein Fernwärmespeicher gebaut, in dem heißes Wasser zwischengelagert werden kann. Die Bauarbeiten liegen laut Stadtwerkesprecher Thomas Kehler gut in der Zeit. "Wir rechnen damit, dass wir wahrscheinlich Ende 2018 den Probebetrieb aufnehmen können", erklärte er auf Anfrage. Ab 2019 soll die Anlage in den Regelbetrieb gehen. Außerdem wird zwischen Rheinhausen und Homberg das Fernwärmenetz der Stadtwerke Duisburg an die Fernwärmeschiene Niederrhein angeschlossen. Die Fernwärmeverbindungsleitung ist laut Kehler bereits fertiggestellt. Sie kann aber erst im Juni diesen Jahres genutzt werden, weil erst dann die Fernwärmeübergabestation betriebsfähig ist.

Mit der Stilllegung des HKW I fallen über 100 Stellen weg

Durch den Anschluss an die Fernwärmeschiene Niederrhein kann der Kommunalversorger im Bedarfsfall zusätzlich Wärme beziehen. Dies erhöht zudem die Flexibilität in der Fahrweise des Gaskraftwerks in Wanheim.
Durch die Stilllegung des HKW I in Hochfeld fallen laut dem Stadtwerkesprecher rund 105 Stellen weg. Der Abbau im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "Repower" erfolgt ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Ein Teil der betroffenen Mitarbeiter scheide über Altersteilzeitregelungen vorzeitig aus, der Rest erhalte über einen sogenannten Ringtausch einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Duisburger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft (DVV). Zu dem kommunalen Dienstleistungskonzern gehören auch die Stadtwerke Duisburg. Im Rahmen von "Repower" werden insgesamt 300 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut, der DVV-Konzern zählte Ende 2016 über 4100 Mitarbeiter. (hoe)