RWE plant Geschäftsfeld für große Solar-Projekte

RWE Innogy will in neue Auslandsmärkte einsteigen. Viel hängt dabei vom Börsengang der neuen Tochtergesellschaft ab.

Die Ökostromtochter RWE Innogy hat im vergangenen Jahr ihr operatives Ergebnis voraussichtlich mehr als verdoppelt auf rd. 400 Mio. Euro. Nun will der Energiekonzern den Bereich erneuerbare Energien, auf den aktuell erst rund fünf Prozent der Stromerzeugung von RWE entfallen, weiter ausbauen. "Wir werden den eingeschlagenen Erfolgskurs halten, werden uns aber anders als in der Vergangenheit keine Zielgrößen hinsichtlich installierter Megawatt setzen", kündigte Hans Bünting, Vorsitzender der Geschäftsführung von RWE Innogy, in einer Medienmitteilung an. Es gehe primär um die Rendite. Bünting sieht vier wesentliche Säulen für weiteres Wachstum: Anteile an Projekten erhöhen, organisches Wachstum bei On & Offshore, Einstieg in neue Märkte und Erweiterung des Portfolios um große Photovoltaik-Projekte.

Wachstumspotenzial im Windkraftbereich sieht RWE in neuen Märkten wie Irland, den USA und der MENAT-Region (Türkei, Nordafrika und Naher Osten). Zudem plant RWE ein eigenes Geschäftsfeld für große Photovoltaik-Projekte, im Fokus stehen dabei sonnenreiche Gegenden wie die MENAT-Region. Um in einem größeren Maßstab in den Ausbau von Ökostromprojekten investieren zu können, ist der Konzern allerdings auf die Mittel aus dem Ende diesen Jahres geplanten Börsengang der geplanten neuen Tochtergesellschaft angewiesen. Diese soll die Bereiche erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze umfassen. 10 Prozent der Anteile an der Gesellschaft sollen in einem ersten Schritt an der Börse platziert werden, die Hälfte der Erlöse soll dann in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen.

Gemäß einem Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll die rechtliche Ausgründung der neuen Gesellschaft Anfang April abgeschlossen sein. Fest steht offenbar bereits, dass die kommunalen Anteilseigner des Mutterkonzerns RWE keinen Platz im Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft erhalten sollen. Gemäß dem Artikel der FAZ hat Konzernchef Peter Terium den kommunalen Aktionären aber einen "intensiven Dialog außerhalb des Kontrollgremiums" zugesichert. Als Plattform würden dazu drei internationale Beiräte für die Erneuerbaren, den Vertrieb und die Netze eingerichtet. (hoe)