Konstanz
Bild: Stadtwerke Konstanz GmbH

Konstanz baut LNG-fähige Fähre

Die Stadtwerke Konstanz setzen auf Basis exzellenter Geschäftszahlen ihr hohes Investitionsniveau fort. Eine höhere Dividende an die Stadt ist auch noch drin.

Der Stadtwerke-Konstanz-Konzern, der größte Binnenreeder Deutschlands und einer der am breitesten aufgestellten Kommunalversorger, ersetzen ihre Meersburg-Fähre "Fontainebleau" mit einem Neubau, der "auf jeden Fall LNG-ready" ist. Dies kündigte Co-Geschäftsführer Dr. Norbert Reuter gestern (23. Juli 15) bei der Vorstellung der Geschäftszahlen von 2014 mit Bezug auf Flüssigerdgas-Betrieb an. Ein herkömmliches Dieselschiff würde demnach 12 Mio. € kosten und würde sich mit LNG-Motor verteuern, doch der Stadtwerke-Konzern betrachte dies mitsamt der Betriebskosten, die mit LNG natürlich sinken. Das Problem sei eher die Verfügbarkeit von LNG-Motoren. Man sei, so Reuter, mit dem Hersteller MTU in Friedrichshafen im Gespräch, der auch die Dieselmotoren für den Katamaran geliefert hat. An diesem Schnellschiff zwischen Konstanz und Friedrichshafen sind die SWK und die TWF Friedrichshafen je hälftig beteiligt. Ein Elektroantrieb für den "Fontainebleau"-Nachfolger scheidet aber Reuter zufolge aus, da dazu mehr als 9 Mio. € Förderung nötig wären und das Zulassungsrisiko zu hoch sei.

Die Schiffsparten der Stadtwerke Konstanz laufen nach wie vor profitabel und gleichen bereits das Defizit des Busbetriebs aus. Im Busverkehr stößt der Versorger auf einigen Linien der Universitätsstadt an seine Kapazitätsgrenzen. Drei Linienbusse mit Anhänger sollen angeschafft werden. Das am 4. Juli abgebrannte "Schwaketenbad" soll wiederaufgebaut oder am selben Standort von einem Neubau ersetzt werden. Die Kripo ermittelt derzeit die Brandursache.

Im vergangenen Jahr investierte der Stadtwerkekonzern, der 171 Mio. € umsetzte, fast 19 Mio. €, eine Rekordsumme im Vergleich der vergangenen zehn Jahre. Das Geld floss u. a. in den Ausbau des Glasfasernetzes. Langfristziel ist nach den Worten des Sprechers der Geschäftsführung, Kuno Werner, der flächendeckende Anschluss der größten Stadt am Bodensee, inklusive Provider-Status.

Der Vorsteuergewinn war 2014 nach dem Rekordjahr 2013 der zweithöchste in den vergangenen zehn Jahren: 2,87 Mio. € nach 3,19 Mio. €. Der Versorger hat daher mit seinem 100%-Gesellschafter, der Stadt, vereinbart, außer der Reihe 2,5 Mio. € auszuschütten. Sonst beträgt die Zieldividende 1,5 Mio. €.

Vor allem der Gasabsatz ging im wärmsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit –21 % in den Keller. Werner und Reuter bestätigten aber, dass sich bei dem Versorger sinkende Margen im Energiebereich mit höheren Einnahmen im Freizeitbereich tendenziell gegenseitig aufheben. (geo)