SWSee: "Ausgezeichnetes erstes Jahr"

Das ehemalige Tandem des Stadtwerks am See, Klaus Eder (links) und Alfred Müllner Stadtwerk am See

Ein Zeppelin mit Werbung für das Stadtwerk am See Stadtwerk am See - Plessing

In seinem Umbruchjahr hat das SWSee schwarze Zahlen geschrieben. Weitere Beteiligungen von Kommunen aus dem Bodenseekreis sind möglich.

Bereits im ersten Jahr erwirtschaftete das im Oktober 2012 neu gegründete Stadtwerk am See (SWSee) aus der Bodenseeregion einen Gewinn von 7,3 Mio. €  – die Gründungskosten bereits eingerechnet –, teilte der Kommunalversorger gestern (18. Juli) mit. Das Unternehmen mit Sitz in Friedrichshafen und Überlingen, das aus den Stadtwerken Überlingen und den Technischen Werken Friedrichshafen hervorging, vermeldete erfreuliche Absatzzahlen: 630 Mio. kWh Strom, 1,2 Mrd. kWh Gas und 5,3 Mio. m3 Trinkwasser habe das Stadtwerk 2012 an seine Kunden verkauft. Zusätzlich betreut das Unternehmen rd. 360 Wärmeanlagen in der Region. „Ein Geschäft, in dem wir uns zunehmend engagieren“, sagt Geschäftsführer Klaus Eder. „Die Botschaften sind angekommen, die Menschen nehmen uns als positiv und glaubwürdig wahr“, zieht Eder Bilanz. Zudem investierte das SWSee mit 13 Mio. € mehr als seine beiden Gründungsunternehmen im Jahr 2011 zusammen.

Im vergangenen Jahr senkte der Versorger die Nettopreise für Strom, als die staatlichen Abgaben in die Höhe schnellten. „Das hat zwar den Anstieg der Staatslasten nicht ganz aufgefangen“, so Eder. „Aber wir haben jedenfalls das Unsere zur Strompreisbremse getan.“ Zudem bietet das SWSee neue Tarife für Ökostrom und Ökogas.

Neben den Kunden stehe das Thema Ökologie ganz vorne auf der Agenda. Insbesondere im Bereich ökologische Nahwärme habe man 2012 investiert. In Friedrichshafen versorgt seit vergangenem Jahr das Stadtwerk den neuen Büropark Rotach und das benachbarte Wohngebiet mit Wärme. Auch bei der MTU betreibt das Unternehmen seit Ende des Jahres ein hoch effizientes Kleinkraftwerk. Und in Überlingen wird das Versorgungsgebiet Schättlisberg, welches mit Holzhackschnitzeln aus umliegenden Wäldern betrieben wird, weiter ausgebaut.

Ein Rekordjahr verzeichneten auch die vom SWSee gemanagten Verkehrsbetriebe. Die Bodensee-Oberschwaben-Bahn beförderte erstmals in ihrer Geschichte mehr als 5000 Fahrgäste täglich im Durchschnitt und erzielte einen Gewinn von 250.000 €. In Friedrichshafen fuhren 2012 über 3,3 Mio. Fahrgäste, auch das ein Rekord. Hier liegt das Defizit mit knapp 1,6 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Der Katamaran toppte mit 430.000 seine bisherige Bestmarke bei den Passagierzahlen und erreichte mit unter 400.000 € Defizit das beste Ergebnis seiner Geschichte.

Einen Erfolgsschub verzeichnete auch das Telekommunikationsunternehmen Teledata, an dem das Stadtwerk am See gemeinsam mit den Technischen Werken Schussental beteiligt ist. 2012 erwirtschaftete das Unternehmen, das den Ausbau der schnellen Datennetze insbesondere in ländlichen Gebieten vorantreiben soll, einen Überschuss von annähernd 500.000 €.

Positiv sei auch die Teilnahme des Stadtwerks Frickingen, das seit dem 1. Januar dritter Gesellschafter des Stadtwerks am See ist. „Wir geben so allen Kommunen im Bodenseekreis die Möglichkeit, sich am Stadtwerk am See direkt zu beteiligen“, so Eder. (sg)