Prokon: EnBW geht leer aus

Die Prokon-Gläubiger haben sich mehrheitlich für das Genossenschaftsmodell entschieden. EnBW bedauert die Entscheidung.

Mehr als 35 000 Genussrechtsinhaber, die 800 Mio. € Genussrechtskapital vertreten, stimmten für die Umwandlung des insolventen Unternehmens in eine Genossenschaft. Die Hürde von 640 Mio. € wurde damit klar genommen, teilte das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) mit. Den meisten Genussrechtsinhabern sei es nicht nur ums Geld, sondern auch um eine Weiterentwicklung der Energiewende gegangen, heißt es weiter.

Sie hatten das alternative Angebot des Energiekonzerns EnBW ausgeschlagen. Der baden-württembergische Energieriese hatte über Wochen versucht, die Gläubiger mit hohem Aufwand von seinem Modell zu überzeugen. EnBW-Chef Frank Mastiaux: "Das EnBW-Team hat sich mit großer Überzeugung bis zur letzten Minute eingesetzt. Umso mehr bedauern wir natürlich die Entscheidung, denn Prokon und EnBW hätten gut zusammengepasst und gemeinsam die Windkraft in Deutschland noch stärker vorangetrieben. Man wünsche Prokon, seinen Mitarbeitern und Eigentümern alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft.

EnBW will in den kommenden Jahren 3,5 Mrd. € in Erneuerbare auf Land und auf See investieren. Weitere 3 Mrd. € sollen in den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze fließen. Bis 2020 sollen erneuerbare Energien und Netzgeschäft zusammen mit dem Vertrieb nahezu 90 % zum Unternehmensergebnis beitragen. (sg)