Geothermie: schneller wirtschaftlich als gedacht

Die GTU Geothermie Unterschleißheim AG, bei München, schreibt früher als erwartet schwarze Zahlen. Diese sollten laut Finanzprognosen erst 2028 eintreten.

"Die Stadt Unterschleißheim zeigt, dass auch der Erste, der eine neue Technologie einsetzt, mit vernünftigen wirtschaftlichen Ergebnissen rechnen kann", betont Dr. Erwin Knapek, Vorsitzender des Wirtschaftsforums Geothermie (WFG) und Präsident des Bundesverbands Geothermie (BVG). Die Tiefengeothermie-Tochter der Stadt Unterschleißheim wies für das Geschäftsjahr 2014 erstmals einen fünfstelligen Gewinn aus. Die Pionier-Anlage war 2003 ans Netz gegangen.

Dem Gewinn von mehr als 73 000 € stehen die einstigen Finanzprognosen entgegen, die kurz nach dem Start der Förderung 2003 aufgestellt wurden. Demnach sollte die Anlage erst 2028 schwarze Zahlen schreiben.

Die Tiefengeothermie-Anlage gewinnt die Wärmeenergie aus einer fast 2000 m tiefen Thermalquelle. Das Thermalwasser beträgt knapp 80 °C. Mit der Wärmeenergie betreibt das städtische Unternehmen ein gut 17 km langes Fernwärmenetz, an dem inzwischen über ein Viertel aller Wohnhaushalte – 3700 Wohneinheiten in 233 Gebäuden – angeschlossen sind. Hinzu kommen 14 kommunale Objekte, zahlreiche Gewerbe-Immobilien und öffentliche Einrichtungen wie Pfarrzentren oder ein Sehbehinderten- und Blindenzentrum. Der Anschlusswert aller Wärmekunden liegt inzwischen bei 33,5 MW.

Die Stadt Unterschleißheim war die erste, die im Münchner Umland in eine Tiefengeothermie-Anlage zur Wärmeversorgung investiert hatte. Inzwischen gibt es allein in Bayern 20 Anlagen, die Wärme, Kälte oder Strom erzeugen, zum Teil auch parallel. Deutschlandweit sind inzwischen rund 30 Tiefengeothermie-Anlagen in Betrieb. Die meisten befinden sich in kommunaler Hand. (sg)