von links: Rutger Kretschmer - Bereichsleiter Kraft- und Heizwerke bei DREWAG, Frank Brinkmann - Geschäftsführer DREWAG, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Hilbert und Thomas Doltze - Projektleiter neues Kraftwerk
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Drewag: Bau der neuen KWK-Anlage in Reick kommt voran

Trotz Corona-Krise konnte die Grundsteinlegung für das neue Kraftwerk Dresden-Reick stattfinden.

Am Dienstag fand wegen der Corona-Krise nur im allerkleinsten Kreis die Grundsteinlegung für das neue Kraftwerk in Dresden-Reick statt. Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Hilbert und Drewag-Geschäftsführer Frank Brinkmann versenkten zusammen mit Bereichsleiter Rutger Kretschmer und Projektleiter Thomas Doltze die Kupferkartusche mit den aktuellen Tageszeitungen und Unternehmensmagazinen.

"Die neue KWK-Anlage ermöglicht es uns, eine konkrete Antwort auf die Energiewende in Dresden zu geben. Wir stellen uns auf erneuerbare Energien genauso ein wie auf Versorgungssicherheit, denn beides leistet die Anlage mit ihrer hohen Einsatzflexibilität und Schwarzstartfähigkeit", so Frank Brinkmann. 

Zweites Kraftwerk von Wärtsilä

"Dies ist das zweite große KWK-Kraftwerk, das wir in Deutschland bauen und das erste mit unseren neuen extrem flexiblen 31SG Motoren", sagte Pekka Tolonen, Energy Business Director, Europe, Wärtsilä. "Drewaf hat großen Wert auf die Anwendung neuester Technologien gelegt, um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung zu erhöhen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Anlage innerhalb weniger Minuten anläuft und zuverlässig arbeitet. Wir sind stolz darauf, unsere Expertise als Energiesystemintegrator in dieses Projekt einzubringen."

Vor mehr als einem Jahr wurde der Vertrag mit dem finnischen Generalunternehmer Wärtsilä unterschrieben. In den ersten Monaten des Projektes wurde die Anlage geplant und auch die Fertigung im finnischen Vaasa ist seit langem im Gang. Nun wird mit der Grundsteinlegung symbolisch ein weiterer wichtiger Schritt getan: Die Fundamente für das neue Kraftwerksgebäude sind errichtet, und der Hochbau kann beginnen. Seit November 2019 wurden die Tiefbau- und Fundamentarbeiten auf dem Gelände des Innovationskraftwerkes Reick durchgeführt. Neben einigen Hinterlassenschaften aus der Zeit des ehemaligen Gaswerkes – einige tausend Tonnen belasteter Boden waren zu entsorgen - hat auch der Corona-Virus die Bauarbeiten erschwert.

Baugenehmigung für weitere Schritte liegt vor

Dennoch kann in wenigen Wochen mit den Arbeiten „oberhalb des Erdbodens“ fortgefahren werden. Auch die Baugenehmigung liegt dafür nun vor. Die äußere Gestaltung war von der Drewag nach Einbeziehung der Gestaltungskommission der Landeshauptstadt überarbeitet worden und ist nun deutlich akzentuierter.

Bis Oktober 2020 soll die Gebäudehülle soweit fertig gestellt sein, so dass die Aggregate und die umfangreichen Ausrüstungen für die Wärmeerzeugung eingebracht werden können. Anschließend werden die Anlagen komplettiert und alle weiteren Ausrüstungen installiert. Dann wird in der neuen Anlage Strom mit einer Spitzenleistung von 90 MW von 8 Motoren erzeugt und gleichzeitig 84 MW Wärme in das Zentrale Fernheiznetz der Landeshauptstadt eingespeist. 

"Perfekter Ausgleich zu den Erneuerbaren"

Sie ist dafür konzipiert, minutengenau Strom dann zu produzieren, wenn er am wertvollsten ist und wird so einen "perfekten" Ausgleich zu den Erneuerbaren Energien leisten. Mit hohem Wirkungsgrad und modernen Abgasreinigungsanlagen ausgestattet, soll die Anlage sichere und bezahlbare Energie für die Landeshauptstadt in den nächsten Jahrzehnten liefern.

Im Falle von großflächigen Stromausfällen, sog. Blackouts, soll die neue Anlage helfen, die Stromversorgung in Dresden wiederherzustellen. Dazu ist sie schwarzstartfähig konzipiert. 2021 soll das neue Kraftwerk in Betrieb gehen und das Projekt, für das die Drewag in Summe etwa 95 Mio. Euro investiert, abgeschlossen sein. (pm)