Stadtansicht von Stuttgart Bild: Pino Madeo / pixelio.de

Stuttgarter Stadtwerke bei Netzkauf vorn

Die Fraktionen im Stuttgarter Gemeinderat haben sich offenbar auf Eckpunkte bei der geplanten Netzübernahme geeinigt.

Laut Stuttgarter Zeitung sind dabei die Chancen für die Stadtwerke Stuttgart gestiegen, eine entscheidende Rolle zu spielen. Der zuständige Ausschuss des Gemeinderats habe in nichtöffentlicher Sitzung den sog. Zweiten Verfahrensbrief beschlossen, in dem die Stadt ihre Vorstellungen zum künftigen Netzeigentum und -betrieb konkretisiert. Die sechs Bewerber – Alliander, EnBW, Stadtwerke Stuttgart, Thüga und die Bietergemeinschaften Elektrizitätswerke Schönau/Stadtwerke Schwäbisch Hall sowie BS Energy/Veolia/LHI Leasing – können auf dieser Basis nun ein konkretes Angebot machen.

Der Stuttgarter Zeitung zufolge haben sich die Fraktionen darauf verständigt, dass der Haupteigentümer - nach breitem Wunsch die Stadtwerke Stuttgart - zunächst 50,1% und ein Partner 49,9% am Eigentum der Netzgesellschaft hält. Möglichst bald solle dieser Haupteigentümer seinen Anteil aber auf 75,1% erhöhen. Bei der Netzbetriebsgesellschaft sehe der Kompromiss so aus, dass der "kleinere Partner", also etwa der bisherige Netzbetreiber EnBW, zunächst das Tagesgeschäft hauptverantwortlich übernimmt. Der Haupteigentümer – also wohl die im Netzbetrieb unerfahrenen Stadtwerke Stuttgart – bekommen zunächst 25,1%, übernehmen aber nach einer "Lernphase" von zehn Jahren die Mehrheit und damit die Verantwortung für den Netzbetrieb.

Im Herbst sollen dann nach einem festen Punkteschlüssel die Partner ausgewählt werden. Dabei, so die Zeitung, sei aber durchaus nicht sicher, dass die Stadtwerke Stuttgart zusammen mit EnBW das Rennen machen. Es gebe noch einen zweiten, aussichtsreichen Bewerber, hieß es. Doch mit der Einigung ist zumindest die Chance für die Kombination Stadtwerke/EnBW deutlich gestiegen. (wa)