Tobias Paulun, Chief Strategy Officer der EEX. Bild: EEX

EEX: Cap Future läuft gut an

Energiewendeprodukte wie die Cap Futures liegen im Trend und sollen erweitert werden.

"Wir wollen die Flexibilisierung weiter fördern und haben mit unseren neuen Produkten auf den richtigen Trend gesetzt". Dies unterstrich Tobias Paulun, Chief Strategy Officer der EEX gegenüber der ZfK. Zwölf Handelsteilnehmer konnten seit Mitte September für das neue Produkt Cap Futures gewonnen werden, gut 20 Gigawattstunden sind gehandelt worden. "Unsere Erwartungen wurden damit bisher übertroffen", so Paulun.

Mit den neuen Terminkontrakten können sich Handelsteilnehmer an der EEX gegen Preisspitzen am deutschen Intraday-Strommarkt absichern. Vermarkter von Windenergie können sich mit dem Cap-Future beispielsweise gegen hohe Preise für Ausgleichskäufe absichern, falls der Windertrag geringer als erwartet ausfällt. Betreiber konventioneller, flexibler Kraftwerke können sich die zu erwartenden Preisspitzen dagegen vorab sichern und somit die aus Preisspitzen zu erwartenden Einnahmen verstetigen. Die Auszahlungsschwelle für den Cap-Future liegt bei 60 Euro/MWh.

Diese Schwelle sei so gewählt, dass sie bei etwa fünf Prozent der Handelsgeschäfte überschritten wird, seit September etwa mit Spitzenwerten bis circa 100 Euro/MWh, so Paulun. Man wolle künftig diese Produktfamilie erweitern und auch Cap Futures mit weiteren Auszahlungsschwellen anbieten, beispielsweise auch zur Absicherung von Preisspitzen nach unten. Zur Absicherung gegen längerfristige Preisrisiken für Windstrom, beispielsweise durch Abweichungen vom durchschnittlichen Windertrag über längere Zeiträume, werde man im Frühjahr des neuen Jahres den Wind Power Future einführen, kündigte Paulun an. Er soll als Wochen-, Monats-, Quartals- und Jahresprodukt gehandelt werden können. Der Basiswert soll sich an einem Index von Euro Wind zu den Volllaststunden der Windkraftanlagen orientieren.

Insgesamt entwickle sich auch der Intradayhandel an der Epex Spot "außerordentlich stark", so Paulun. Man rechne damit, dass die Volatilität am Markt aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien weiter zunehme, doch extreme Preisspitzen oberhalb von 150 Euro/MWh seien derzeit die Ausnahme. Dem wirkten die neuen Energiewendeprodukte sowie die zunehmende Liquidität des Strombörsenmarktes entgegen.

"Den Markt durch eine Aufspaltung der deutsch-österreichischen Preiszone zu schwächen ist der absolut falsche Weg“, betonte Paulun. Vielmehr müsse es darum gehen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch beim Netzausbau und im Netzbetrieb zu stärken. Zudem baue man auf die weitere Einführung von marktpreisorientierten Mechanismen durch die Politik. Eine umlageorientierte EEG-Vergütung für die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen, die keine Anreize zur aktiven Marktteilnahme setze, stehe der nötigen Flexibilisierung entgegen. (hcn)