EEX wächst deutlich und will auf MiFID-II reagieren

Die European Energy Exchange (EEX) hat im vergangenen Jahr ihre Marktanteile beim Handel mit Strom und Gas deutlich ausweiten können.

Zugleich hat sie durch die Übernahme der Börsen in Frankreich (EPEX) und den Niederlanden (APX) ihre internationale Rolle weiter gestärkt. Der Handel am Terminmarkt Strom belief sich in Deutschland auf 1813,5 TWh (+32 Prozent), bei den Intraday-Spotmengen wurden sogar 39 Prozent mehr Volumen registriert.

EEX-Vorstandsvorsitzender Peter Reitz sagte, dass der Trend zum kurzfristigen Handel weiter deutlich wachse und auch mit entsprechenden Angeboten der Börse für den 30-Minutenhandel befriedigt werde. Zugleich drängten aber auch die Erzeuger von Windstrom mehr auf den kurzfristigen Terminmarkt, um sich für ihre vermarkteten Produkte einen zusätzlichen Preisbonus zu verschaffen. Noch steiler verlaufen die Zuwächse bei Erdgas, wobei allerdings die absoluten an der Börse gehandelten Mengen noch immer deutlich niedriger liegen und derzeit gerade die 1000-TWh-Marke erreichen - in Deutschland sind es 291 TWh. Die Handelsmengen der Tochter PEGAS erreichten hier 440 TWh im Spot- und 584 TWh im Terminmarkt - ein Plus von 52 bzw. 110 Prozent. Dennoch liegt hier der Anteil am Gesamtmarkt immer im einstelligen Bereich in Deutschland, während bei Strom bereits 36 Prozent erreicht werden.

Bestrebungen, die gemeinsame Preiszone für Strom in Deutschland und Österreich zu trennen, sieht Reitz kritisch, wenngleich der physische Transport von Strom zum Teil problematisch sei. "Wir stehen eher für große Preiszonen in Europa und einen entsprechenden Verbund", sagte Reitz. Deshalb stehe er dafür, durch den Netzausbau in Deutschland das Problem anzugehen. Auf die neuen anstehenden regulatorischen Eingriffe durch die EU auf den Börsenhandel – auch Kontrakte für Strom und Gas sollen wie Finanzprodukte eingestuft werden – will Reitz mit neuen Angeboten reagieren. "Wir werden unseren Teilnehmern einen neuen Marktplatz anbieten, der sie von den Vorschriften der Regulierung entbindet", kündigte Reitz an. Man könne sich das so vorstellen, wie das derzeit viele außerbörsliche Händler abwickeln, aber mit der Möglichkeit zum Clearing. (masch)