Ein weiterer Schritt zum Berliner Stadtwerk

Die rot-rot-grüne Berliner Landesregierung hat eine Gesetzesvorlage zur Gründung eines Stadtwerks formuliert.

Als Aufgabe des neuen Stadtwerks wird in der Vorlage "eine verbraucherfreundliche, effiziente, sozial- und klimaverträgliche Erzeugung und Versorgung mit Elektrizität, Gas und Wärme auf der Basis erneuerbarer Energien", beschrieben, berichtet die „Berliner Morgenpost". Das Stadtwerk erhalte von der Regierung im laufenden Jahr 100 Millionen Euro. In der Anfangsphase sollen vor allem landeseigene Gebäude energetisch saniert werden, um damit den Energieverbrauch zu senken. "Wir wollen jetzt mit dem Senat schnell eine Liste derjenigen Gebäude erarbeiten, die als erste saniert werden", wird Stadtwerke-Chef Andreas Irmer zitiert.

Strom und Wärme für die Berliner Haushalte soll künftig aus dezentralen Solar- und Windanlagen sowie Blockheizkraftwerken oder neuen Formen der Energieerzeugung stammen. Trotz bislang bestehender rechtlicher Beschränkungen betreibt das Stadtwerk bereits 33 Photovoltaik-Anlagen, 22 weitere sind in zehn Projekten im Bau, darunter auf den Dächern aller sechs Haftanstalten und dem Friedrichstadt-Palast. Aktuell könnten die Stadtwerke 20 000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen, allerdings verfügt der landeseigene Stromanbieter erst über 2200 Kunden.

Von seinen derzeitigen Kunden hat das Stadtwerk rund 500 über sogenannte Mieterstrom-Modelle gewonnen. Dabei kooperiert das Stadtwerk mit landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, die die Anlagen auf ihren Dächern installieren lassen. Mieter der Wohnanlagen, die zum Stadtwerk wechseln, erhaltenrund 30 Prozent ihres Stroms direkt vom eigenen Dach, den restlichen Strombedarf kauft das Stadtwerk ein. Um die Produktion von grünem Strom in Berlin auszuweiten, sind in den kommenden Monaten weitere Windparks auf Flächen der Berliner Stadtgüter geplant. Einige davon sind bereits im Genehmigungsverfahren. (ad)