Die Zentrale von Lichtblick in Hamburg.
Bild: © Lichtblick

Eneco erwirbt Lichtblick komplett

Der holländische Energieversorger Eneco steht zum Verkauf: Mit dem Erwerb sämtlicher Lichtblick-Anteile will er in Deutschland im Bereich E-Mobilität, Energiespeicher und der intelligenten Energiedienstleistungen weiter wachsen.

Die Eneco-Gruppe hat ihre Anteile am deutschen Ökostrompionier Lichtblick auf 100 Prozent aufgestockt. Dies teilten beide Unternehmen am Mittwochabend (19. Dezember) in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit. Der holländische Energieversorger ist seit Januar 2017 Haupteigner von Lichtblick mit einem Anteil von 50 Prozent, die restlichen 50 Prozent befanden sich in Privatbesitz. Zweitgrößter Lichtblick-Eigner war der Hamburger Unternehmer und  Lichttblick-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Saalfeld. "Lichtblick kann uns dabei helfen, in Deutschland im Bereich E-Mobilität, Energiespeicher sowie der intelligenten Energiedienstleistungen zu wachsen", betonte Kees-Jan Rameau, Chief Strategic Growth Officer bei Eneco.

Gillrath: "Wir teilen die gleiche Vision"

"Wir entwickeln Lichtblick als Pionier und Marktführer in Deutschland weiter", ergänzte Wilfried Gillrath, Geschäftsführer von Lichtblick. Dafür sei Eneco mit seiner konsequent nachhaltigen Ausrichtung und seiner modernen Unternehmensphilosophie ein idealer Partner. "Wir teilen die gleiche Vision für eine nachhaltige Energiewelt", so Gillrath. Die beiden Unternehmen entwickeln gemeinsam digitale Lösungen im Bereich Smart Home, Batterien und Elektromobilität. Auch im Energiehandel arbeiten sie zusammen. "Management, operatives Geschäft und die Marken beider Unternehmen bleiben von dem Verkauf unberührt", heißt es. Eine Zustimmung des Kartellamtes zu dem Kauf ist mehr nicht erforderlich.

Einigung über Eneco-Verkauf

Lichtblick beliefert nach eigenen Angaben rund eine Mio. Menschen mit Ökostrom, Eneco gilt als Marktführer in der Erzeugung und im Handel nachhaltiger Energie in den Niederlanden und versorgt mehr als zwei Mio. Kunden. Der holländische Energieversorger soll im kommenden Jahr privatisiert werden. Nach monatelangem Streit haben sich die 61 kommunalen Gesellschafter, der Aufsichtsrat und das Management von Eneco Anfang dieser Woche auf einen Verkauf des Unternehmens geeinigt. Die stark im erneuerbaren Bereich investierte Gruppe soll im kommenden Jahr mittels eines kontrollierten Auktionsverfahrens veräußert werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Ende des Verkaufsprozesses wird nicht vor Ende 2019 erwartet. Der Unternehmenswert von Eneco wird von Analysten aktuell auf rund drei Milliarden Euro geschätzt. Aufgrund der grünen Unternehmensstrategie von Eneco könnnte das Unternehmen insbesondere für Energiekonzerne von Interesse sein, die ihren Erneuerbarenanteil ausbauen wollen.

Laut dem Branchenportal Energate werden unter anderem Shell, Total, Verbund, Engie aber auch mehrere Finanzinvestoren als potentielle Kaufinteressenten gehandelt. Eneco ist auch in Deutschland aktiv und hält neben seinem Engagement bei Lichtblick auch Beteiligungen an Thermondo und Next Kraftwerke. Im Oktober vergangenen Jahres hatten die Gesellschafter bereits mehrheitlich für einen Eneco-Verkauf gestimmt. Um die Erneuerbarenstrategie abzusichern, hatte der Aufsichtsrat hingegen für einen Börsengang oder einen kontrollierten Teilverkauf plädiert. Aufgrund der gravierenden Meinungsverschiedenheiten waren der Aufsichtsratsvorsitzende und der CEO zurückgetreten. (hoe)