Hans-Dieter Kettwig muss in Deutschland tausende Stellen streichen
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Enercon-Chef: Lassen deutsche Standorte nicht fallen

Enercon bekennt sich zum Standort Deutschland – dennoch werden tausende Stellen abgebaut.

Der Windanlagenbauer Enercon hat sich trotz eines massiven Stellenabbaus zum Standort Deutschland bekannt. Enercon plane weiter mit den hiesigen Standorten, sicherte Firmenchef Hans-Dieter Kettwig nach einem Krisentreffen mit Landespolitikern in Magdeburg zu. "Wir können sagen, dass wir den Standort Magdeburg nicht fallen lassen", ergänzte er. Es gelte jetzt, sich mehr auf den internationalen Markt auszurichten.

Am Standort Magdeburg werden laut Kettwig 1200 bis 1500 Jobs bei Enercon selbst sowie bei zwei Zulieferern wegfallen. Die Entlassungen sind für März und September nächsten Jahres vorgesehen. 

Neuausrichtung vorgesehen

Enercon – einer der größten deutschen Windkraftanlagenhersteller – hatte vergangene Woche eine umfassende Neuausrichtung angekündigt. Von dem Stellenabbau könnten laut Kettwig bis zu 3000 Beschäftigte betroffen seien, je zur Hälfte in Ostfriesland und in Magdeburg. Weltweit beschäftigt der Enercon-Verbund nach eigenen Angaben rund 18.000 Menschen.

Im Vorfeld des Krisentreffens hatte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) das Betriebsklima bei Enercon kritisiert. "Die Anspannung der Mitarbeiter ist eindeutig", sagte der SPD-Politiker der "Nordwest-Zeitung" (Montag). "Viele haben Angst und werden unter Druck gesetzt nach dem Motto: "Wenn ihr da hingeht, dann bekommen wir später keine Sozialplanverhandlungen durch oder es gibt weniger Geld."

Mitarbeiter-Treffen in Aurich

Lies und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatten sich nach der Enercon-Ankündigung, rund 3000 Jobs zu streichen, am Wochenende in Aurich mit Mitarbeitern getroffen. Enercon habe die Mitarbeiter zuvor unter Druck gesetzt, besser fernzubleiben, sagte Lies: "Ganz ehrlich: Das ist unanständig."

Weil hatte nach dem Treffen in Aurich gesagt: "Da war von Angst und Einschüchterung die Rede. Ich wünsche mir sehr, dass man diese Krise auch zum Anlass für einen Neustart im Umgang untereinander nimmt."

Niedersachsen wird 1000-Meter-Abstandsregelung nicht übernehmen

Enercon hatte zur Begründung seines Stellenabbaus auf die Energiepolitik der Bundesregierung verwiesen. Diese sei verantwortlich für den Niedergang der Windindustrie in Deutschland. Die niedersächsische Landesregierung kündigte daraufhin an, die vom Bund geplante Regelung, dass neue Windanlagen mindestens 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung haben müssen, nicht zu übernehmen. (dpa/pm)