Die Zentrale der Stadtwerke Krefeld. Bild: SWK

Energiewende belastet Krefelder Ergebnis

Vor allem Rückstellungen für Belastungen aus der Energieerzeugung haben das Ergebnis der Stadtwerke Krefeld für 2012 gedrückt.

Die SWK Stadtwerke Krefeld AG begrüßt grundsätzlich die Energiewende. Der Vorrang der erneuerbaren Energien wirke sich aber negativ auf die Auslastung der Kraftwerke aus – derzeit seien der Betrieb von Kraftwerken sowie der Bau der dringend benötigten Erzeugungsreserve in Form von Kohle- und insbesondere Gaskraftwerken ein Verlustgeschäft. Die Benutzungsstunden bei der Beteiligung am Gas- und Dampfkraftwerk Hamm lagen im vergangenen Jahr  ca. 21% unter den Werten von 2010. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei mit diesen Werten nicht mehr möglich. Die Preisentwicklungen bei der Vermarktung der Strommengen aus den Kraftwerksbeteiligungen führen auf Basis aktuell gefallener Strompreise künftig zu Verlusten. Hier sei die Bundespolitik gefordert, umgehend die nötigen Anreize zu schaffen. Das Betriebsergebnis der SWK nahm 2012 gegenüber dem Vorjahr um rund 20,5 % ab - es liege aber mit 34,1 Mio. € im Plan.

Dem SWK-Konzern sei es 2012 gelungen, den Umsatz mit 1,11 Mrd. € auf Vorjahresniveau zu halten. SWK sei damit weiterhin das größte rein kommunale Stadtwerk in Nordrhein-Westfalen. Der Konzernjahresüberschuss reduzierte sich um 27,6 % auf knapp 19 Mio. €. Die Netto-Dividende lag bei 13,3 Mio. €; die Konzessionsabgabe von 15,9 Mio. € ist in maximaler Höhe erwirtschaftet worden. Insgesamt beläuft sich das Ergebnis für die Stadt Krefeld somit auf 29,2 Mio. €.

„Was die Politik unter Energiewende versteht, ist das, was ein Stadtwerk immer schon praktiziert hat: regionale Strukturen schaffen, lokale Ressourcen nutzen und sinnvolle Synergien erzeugen”, sagt Vorstandschef Carsten Liedtke, betont aber auch: „Die Rahmenbedingungen stimmen nicht mehr. Die dezentrale Erzeugung ist politisch und ökologisch gewünscht, aber energiewirtschaftlich zunehmend fragwürdig. Wir müssen die Energiewende bezahlbar halten, das ist eine große Hürde. Wir brauchen Verlässlichkeit in der Bundespolitik, die wir momentan leider nicht haben. Die Verantwortlichen sollten so ehrlich sein, zu sagen: Wenn wir das so wollen, wird es für alle deutlich teurer. Und zwar letztlich auch für den Endkunden - egal ob privat oder gewerblich“.

Bei der Absicherung des Konzernergebnisses auch für die Zukunft, sollen zahlreiche Projekte und Maßnahmen in den folgenden Jahren helfen. „Wir werden uns um weitere Netzkonzessionen von Kommunen in der Region bemühen“, sagt Liedtke. Außerdem will die SWK ihr Angebot an Energiedienstleistungen für Geschäftskunden ausbauen. Die einzelnen Geschäftsfelder und Wertschöpfungsstufen müssen noch stärker verknüpft werden, weitere Synergien realisiert werden und Kosten gesenkt werden. „Die SWK konnte bisher über Rückstellungen Risikovorsorgen treffen. Das wird künftig schwieriger“, stellt Liedtke klar. Die Probleme der Energiewende müssen rasch gelöst werden. (wa)