Enovos verlässt ebenfalls BDEW

Gaswirtschaftliche Belange würden nicht ausreichend berücksichtigt, die Position zum Kapazitätsmarkt sei ein Verharren in alten Strukturen, so die Begründung.

Die Enovos Deutschland SE tritt zum Jahresende aus dem Verband der Energie- und Wasserwirtschaft des Saarlandes (VEW Saar) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) aus. Zuvor hatten schon in diesem Jahr die Nürnberger N-Ergie und Bayerngas ihren Austritt bekannt gegeben.

Die Unternehmensleitung begründete den Entschluss unter anderem mit einer nicht ausreichenden Berücksichtigung gaswirtschaftlicher Belange. Enovos zufolge werde diese Wahrnehmung von vielen Vertretern der Gaswirtschaft seit Jahren geteilt. Auch Bayerngas hatte seinen Ausstieg damit begründet.

Darüber hinaus halte der BDEW an Geschäftsmodellen einiger weniger fest, so Dr. Peter Hamacher, Geschäftsführender Direktor der Enovos Deutschland SE. "Die vom BDEW vertretene Position in Bezug auf die sog. Kapazitätsmärkte ist lediglich den Betreibern von fossilen oder nuklearen Bestandskraftwerken dienlich und unterstützt somit ein Verharren in alten Erzeugungs- und Netzstrukturen."

Dem von den Bürgern, aber auch von der nachhaltig wirtschaftenden Industrie geforderte Trend zur dezentralen Energieerzeugung und -verteilung auf Basis der Erneuerbaren werde damit ein "Bärendienst erwiesen", so Hamacher weiter.

Der BDEW verweist in einer Stellungnahme darauf hin, dass man nahezu die gesamte Gaswirtschaft vertrete. So befänden sich im Verband 116 reine Gasunternehmen, sowie weitere 827, die auch Erdgas in ihrem Portfolio hätten. Diese würden 90 % des Erdgasabsatzes in Deutschland repräsentieren. "Dass es in so einer entscheidenden Phase zu unterschiedlichen Auffassungen über die Zukunft kommen kann, bleibt nicht aus", so der BDEW. Dies könne so weit gehen, dass sich einzelne Unternehmen der gemeinsamen Branchenposition nicht anschließen können und deshalb den Verband verlassen. Man habe aber in den vergangenen fünf Jahren mehr als 100 neue Mitglieds-Unternehmen gewinnen können. (sg)