Auf die Plätze, fertig, los! Eon unterstützt sechs Start-ups für drei Monate mit jeweils 22 000 Euro.
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Eon: Starthilfe für sechs Start-ups

Eon finanziert sechs Jungunternehmen in ihrer frühen Anfangsphase mit jeweils 22 000 Euro. Die Lösungen gehen von Mehrfachsteckdosen für Ladesäulen bis hin zu intelligenten Bildverarbeitungsprogrammen.

Über seinen Startup-Accelerator und Frühfinanzierer ":agile" unterstützt Eon sechs neuen Startups mit jeweils 22 000 Euro. Die dreimonatige Phase beinhaltet neben der Finanzierung auch Trainingsprogramme sowie eine individuelle Förderung.

Agile startete 2013 als internes Programm zur Weiterentwicklung neuartiger Ideen von Eon-Mitarbeitern. Seit Oktober 2014 werden auch "externe" Startups in das Förderprogramm aufgenommen. Es richtet sich vor allem an Early-Stage-Startups.

Gemeinsamer Pilot als Ziel

Dabei sollen die sechs Unternehmen nicht nur vom Know-how, sondern auch vom Netzwerk von Eon profitieren. Der Konzern strebt eine langfristige Zusammenarbeit an, bei der nach der sogenannten Accelerator-Phase gemeinsame Piloten umgesetzt werden sollen.

Die sechs Unternehmen sind:

  • "ChargeX": Mit dem "Plug&Play"-Adaptersystems der Münchner kann eine einzige Ladesäule um bis zu sechs weitere Lademöglichkeiten erweitert werden. Das intelligente System sorgt dafür, dass die Anschlussleistung eingehalten wird, indem nicht alle Fahrzeuge zugleich geladen werden. Damit verringern sich Ladezeiten deutlich. Gleichzeitig erhöht die Steckdosenleiste die Auslastung einzelner Anlagen und reduziert so die Gesamtkosten für die Bereitstellung einer guten elektrischen Infrastruktur um die Hälfte.
     
  • "SMAP Energy": Mit Hilfe von Energiedaten, die unter anderem über intelligente Zähler erfasst werden, versucht das Startup, das Nutzerverhalten der Stromkunden zu analysieren. Die Messergebnisse sollen zeigen, wie sich der Energiesektor effizienter nutzen lässt. Das Start-up ging aus der Forschungsarbeit der University of Cambridge hervor. Zusammen mit ihren akademischen und industriellen Partnern entwickelte man eine Plattform entwickelt, die mit Künstlicher Intelligenz verschiedenste Daten unterschiedlicher Herkunft darstellt, auswertet und verschiedene Szenarios simulieren kann.
     
  • "AMMP": Die Monitoring- und Management-Plattform des Unternehmens unterstützt den Betrieb von netzfernen Solar-Energiesystemen, sogenannte Inselsysteme, Micro- oder Mini-Grids. Die Software überwacht alle relevanten Komponenten und bietet eine proaktive Fehlererkennung, Störungs- und Ursachendiagnose, Leistungsoptimierung und Alarmgenerierung. Vor allem in Gegenden ohne gesicherter Stromversorgung führt dies zu einer Verbesserung der Infrastruktur und einer erleichterten Wartung. Mit der Software können laut Eon Systembetreiber im Durchschnitt 30 Prozent ihrer technischen Betriebskosten einsparen.
     
  • "Lancey": Das 2016 gegründete Start-up bietet die erste elektrische Raumheizung mit integrierter Batterie an. Damit lassen sich erneuerbare Energien besser im Netz integrieren. Kunden können darüber ihren Energieverbrauch steuern und senken. So sparen sie bis zu einem Drittel der Heizkosten. Integrierten Sensoren und das cloud-basierte Energiemanagementsystem sorgen dafür, dass das die Heizung aus dem Kundenverhalten lernt und automatisiert Anpassung an die Heizgewohnheiten vornimmt.
     
  • "HeatVentors": Bislang wird Wärme in der Regel in großen, kostspieligen und nicht-energieeffizienten Wärmetanks gespeichert. Der thermische Wärmespeicher "HeatTANK" basiert auf einer Phasenwechsel-Technologie. Damit lassen sich zwischen 20 und 40 Prozent der Energie einsparen und der Ausstoß von Treibhausgasen um die Hälfte reduzieren. Zudem ist der Tank rund 90 Prozent kleiner als herkömmliche Wärmespeicher und dadurch deutlich platzsparender.
     
  • "ViSenSys": Mit Hilfe einer intelligente Bildverarbeitungssoftware sorgt das Dortmunder Start-up dafür, dass Bewegungen erkannt werden. Die Software klassifiziert diese Bewegungen, zählt Objekte und erkennt Fehlfunktionen sowie Kausalketten. Zusammen mit den Aufnahmen von Sicherheitskameras lassen sich somit kritische Situationen identifizieren und überwachen, ohne die Privatsphäre der Menschen zu verletzen. Im Energiesektor können somit beispielsweise Rotorblätter von Windkraftanlagen überwacht und Fehlfunktionen früher erkannt werden. (sg)