Epex streckt Fühler nach Osteuropa aus

Die europäische Strombörse Epex will sich weiter vergrößern, insbesondere in Osteuropa, berichtet das Handelsblatt.

Ein durch Marktkopplung voll integrierter europäischer Stromhandel würde 150 Mio. € Wohlfahrtsgewinn pro Jahr schaffen, sagte Epex-Chef Jean-François Conil-Lacoste dem Handelsblatt. Auch eine Fusion mit der Konkurrenz, sprich der Londoner APX, schloss er nicht aus. Schon jetzt seien 75 % des europäischen Strommarktes im Handel miteinander verbunden. Das 2008 von der französischen Energiebörse Powernext und der deutschen EEX gegründete Unternehmen hofft, dass bis zum Frühjahr 2014 auch Portugal und Spanien am europäischen Stromhandel teilnehmen. Bis Ende 2014 gelte es 85 % des Stromhandels zusammenzufügen.

Zwar werde das Ziel der EU von 100 % Marktintegration nicht erreicht, Conil-Lacoste sieht Europa aber auf einen guten Weg. Durch die bessere Zusammenführung von Angebot und Nachfrage werden die Preise nach Meinung des Epex-Chefs weiter fallen. Gäbe es zudem keinen grenzüberschreitenden Stromhandel, wären die Preise in Deutschland viel häufiger negativ. Auch kritisierte er, dass in Frankreich die Strompreise vom Staat künstlich niedrig gehalten werden. Regulierte Preise sollten nur sozial Schwachen vorbehalten werden, so seine Meinung. (sg)