Erneut einstweilige Verfügung gegen Energy2day

Die Stawag hat vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen Energy2day erzielt. Sogar Bankdaten einer Kundin seien abgerufen worden.

Nach Angaben der Stadtwerke Aachen AG (Stawag) hatten sich Kunden bei dem Versorger über Mitarbeiter bzw. Beauftragte des Discounters Energy2day beschwert. Demnach hatten diese unaufgefordert bei Kunden angerufen und behauptet, dass ihr Unternehmen mit der Stawag zusammenarbeite und nun einen günstigeren Energievertrag, den sog. Sorglos-Strom, anbieten möchte. Darüber hinaus seien sogar Bankdaten einer Kundin unter dem Vorwand abgefragt worden, dass diese mit den im Haus der Stawag vorhandenen Daten abgeglichen werden müssten.

Vor Gericht erzielte die Stawag eine einstweilige Verfügung gegen Energy2day. Darin wird dem Discounter untersagt, weitere Werbetelefonanrufe ohne ausdrückliche Zustimmung der Verbraucher zu tätigen oder zu behaupten mit der Stawag zusammenzuarbeiten. Ebenso dürfen keine Bankdaten von Kunden mehr unter dem Vorwand des Datenabgleichs abgefragt werden. Bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 €. Einen ähnlichen Fall gab es bereits vor einem Monat bei den TWS Technische Werke Schussental aus dem baden-württembergischen Ravensburg ("Discounter hat Bankdaten von Kunden anderer"). Auch hier wurde eine einstweilige Verfügung gegen Energy2day erwirkt.

Der Strom-Billiganbieter zeigte sich in seiner Stellungnahme gegenüber der ZfK erstaunt über den Zeitpunkt der Bekanntgabe der Stawag, schließlich sei die Verfügung schon am 4. Feb. ergangen. Den Verbrauchern gegenüber dulde Energy2day keineswegs ein derartiges wettbewerbswidriges Verhalten, so das Unternehmen. Weshalb man auch beim verantwortlichen Vertrieb wegen der beanstandeten Behauptung nachgefragt habe. Zwar habe der beauftragte externe Vertrieb die Behauptung der Kundin zurückgewiesen, dem gegenüber stand aber die eidesstattliche Versicherung der betroffenen Kundin. Deshalb erkenne das Unternehmen die Abschlusserklärung des Gerichts und somit auch Konsequenzen, die aus einer Zuwiderhandlung drohen, an.

Generell sei es dem extern beauftragten Vertrieb gemäß beiderseitiger Vertriebsvereinbarung sowohl im Telefon- als auch im Direktmarketing strengstens untersagt, Kunden mit unzutreffenden Behauptungen anzuwerben, versicherte Energy2day. Zahlreiche Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen, wie Aufzeichnungen (sog. Voice-Files) von Kundengesprächen sowie Qualitätsanrufe, sollen solche entsprechenden Verfehlungen verhindern. Die Verfehlung gegenüber der Stawag-Kundin bedauere man sehr. Allerdings seien ihr keine weiteren Schäden entstanden, betont das Unternehmen. (sg)