Der Ferraris-Zähler ist nach dem italienischen Ingenieur Galileo Ferraris benannt. Bild: Gina Sanders/Fotolia.com

Erster deutscher Stromspiegel veröffentlicht

Anhand von 110 000 Verbrauchsdaten können Privathaushalte künftig ihren eigenen Verbrauch als "gering", "niedrig", "mittel" oder "hoch" bewerten.

Künftig soll der Stromspiegel auf Basis von 110 000 Verbrauchsdaten und aktuellen Studien bundesweit gültige Vergleichswerte für den Verbrauch von Privathaushalten liefern. Er wird im Rahmen der Stromsparinitiative www.die-stromsparinitiative.de veröffentlicht, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Energieeffizienz zu erhöhen. Es handelt sich dabei um ein Bündnis von Verbraucherorganisationen, Forschungseinrichtungen, Energieagenturen und Wirtschaftsverbänden.

Dem Stromspiegel zufolge kann ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt in Deutschland pro Jahr 1200 kWh Strom und 320 € Stromkosten sparen. Beispielsweise verbrauche ein Drei-Personen-Haushalt in einem Mehrfamilienhaus durchschnittlich 3000 kWh Strom im Jahr. Ein effizienter Haushalt der gleichen Größe komme im Schnitt hingegen mit 1800 kWh jährlich aus.

Mit der eigenen Stromrechnung und den bundesweit gültigen Vergleichswerten des Stromspiegels können Privathaushalten nun den eigenen Verbrauch als "gering", "niedrig", "mittel" oder "hoch" einordnen. Mieter würden so motiviert, gezielt Strom zu sparen und weniger klimaschädliche CO2-Emissionen zu verursachen. Individuelle Faktoren wie Gebäudetyp oder die Art der Warmwasserbereitung fließen in das Ergebnis ein und ermöglichen eine differenzierte Bewertung.

Projektpartner sind das Bundesumweltministerium, der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (EaD), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Co2online gemeinnützige GmbH, der Deutsche Mieterbund (DMB), die Energie-Agentur NRW, die HEA-Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung, das Öko-Institut, der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie die Verbraucherzentrale Energieberatung. (sg)