Stadtwerke Gießen mit deutlichem Plus

Mit KWK-Anlagen und Kundenzuwachs haben die Stadtwerke Gießen ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2012 um rd. 2,3 Mio. € erhöht.

Nach Steuern haben die Stadtwerke Gießen 2012 einen Gewinn von 7,6 Mio. € erzielt – und damit rd. 2,3 Mio. € mehr als 2011. Der Überschuss betrug 5,8 Mio. €. Die Universitätsstadt Gießen erhielt als Alleingesellschafterin eine Ausschüttung von 2,5 Mio. €.

Nicht nur die längere Kälteperiode im Vergleich zu 2011 habe eine Rolle für den  Anstieg des Gas- und Wärmeabsatzes gespielt. Auch die Zahl der Abnehmer im Segment Wärme erhöhten sich: um 63 bei den Geschäftskunden und um 457 bei den Privatkunden. Bei den Unternehmen konnten die Stadtwerke auch außerhalb des Netzgebiets der Mittelhessen Netz GmbH Kunden gewinnen. Der Stromabsatz 2012 kletterte im Vergleich zum Vorjahr von 1335 GWh auf 1467 GWh.

Hinzu kommt die starke Konzentration auf eigene Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Anlagen. Etwa 40 % des Stroms, den die SWG an ihre Privatkunden liefern, erzeugen sie per KWK selbst. "Das Konzept, das heute als modern und zukunftsfähig gilt, setzen die Stadtwerke bereits seit den frühen 1980er-Jahren um", erzählt Manfred Siekmann, einer der beiden Vorstände der SWG. Damals war das erste Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb gegangen. Mittlerweile wuchs die Zahl der KWK-Anlagen auf 100 an. 2012 kamen vier BHKW mit einer elektrischen Leistung von jeweils 2 MW hinzu. Die Stadtwerke sehen den wesentlichen Vorteil der Anlagen darin, dass sie sich nach Bedarf steuern und flexibel einsetzen lassen und damit eine ideale Ergänzung zu größeren BHKW sind.

Effizient sei KWK allerdings nur, wenn sich die erzeugte Wärme optimal nutzen lasse, betont Reinhard Paul, ebenfalls Vorstand der SWG. Dazu haben die Gießener ein modernes und weit verzweigtes Wärmenetz bauen lassen.

Auch im Bereich Energieeffizienz habe man ein erfolgreiches Jahr 2012 gehabt. Das Energiedienstleistungsangebot En5 habe 25 neue Kunden hinzugewonnen und den Wärmeabsatz von rd. 27 GWh auf etwa 46 GWh erhöht.

Für das laufende Jahr wolle man sich nicht zurücklehnen. Schließlich steht das 75-jährige Jubiläum an. Außerdem will man zusammen mit 22 weiteren Energieunternehmen aus Hessen und Niedersachsen als nächstes 25,1 % der Anteile an Eon Mitte erwerben. Dazu wurde Ende Mai das Konsortium Stadtwerk Mitte gebildet.

Bis 2020 soll die Hälfte des Grünstroms in eigenen KWK-Anlagen produziert werden. Derzeit beträgt der Anteil rd. 40 %, der Rest stammt aus zertifizierten Wasserkraftwerken, so die Stadtwerke. Die neue Thermische Reststoffbehandlungs- und Energieverwertungsanlage (TREA) soll dabei einen wichtigen Beitrag leisten, um die 50-Prozent-Marke zu erreichen. Die Anlage produziere nicht nur Energie vor Ort, sondern der Brennstoff stamme auch aus der Region. (sg)