Dr. Georg Müller, Vorsitzender des Vorstands des Kommunalversorgers MVV Energie AG in Mannheim. Bild: MVV Energie

MVV erntet Früchte der frühen grünen Strategie

Die Mannheimer MVV Energie hat die bisher größte Einzelinvestition ihrer Geschichte bilanziell bestens verdaut. Und die Integration von Juwi.

Der börsennotierte Kommunalversorger MVV Energie hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 alle "bereinigten" Ergebniskennzahlen verbessert. Dr. Georg Müller, der Chef des Mannheimer Unternehmens, führte heute den gesteigerten Jahresüberschuss auf das strategische Umschwenken in Richtung Energiewende vor sechs Jahren zurück. Konkret lieferten neue Anlagen und neu konsolidierte Beteiligungen die entscheidenden Beiträge, so Müller auf der Bilanzpressekonferenz.

Der aufgekaufte Windkraft-Projektentwickler Juwi habe sich zu einem "wertvollen Bestandteil" des Kommunalkonzerns entwickelt, sagte Müller weiter. MVV Energie hatte vor Jahren seinen Anteil an der Wertschöpfungskette bei Erneuerbaren vertieft, in dem er Juwi und Windwärts Energie mehrheitlich übernahm.

Auch die größte Einzelinvestition in der bisherigen Konzerngeschichte ging im Geschäftsjahr in Betrieb: die thermische Abfallverwertungsanlage im britischen Plymouth mit 250 Mio. Euro. Offiziell ans Netz gingen auch ein britisches Biomassekraftwerk, eine deutsche Biomethananlage und zwei deutsche Onshore-Windparks.

Nächster großer Brocken ist das Gasmotorenheizkraftwerk Kiel. Die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage samt Wärmespeicher und Tauchsieder (Power to Heat) soll im Herbst 2018 einen Kohleblock ersetzen. Sie kostet 290 Mio. Euro und soll auch "europaweit Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und ökologischer Nachhaltigkeit" setzen.

Der "bereinigte" Konzernjahresüberschuss nach Abführung von Fremdanteilen stieg von 75 auf 95 Mio. Euro, das Ergebnis je Aktie von 1,14 auf 1,45 Euro. Daraus will der Vorstand der Hauptversammlung am 10. März eine weiter stabile Dividende von 90 Cent vorschlagen.

"Bereinigt" heißt hier:

  • ohne Wertberichtigungen bei Finanzderivaten, die nicht operativ durchschlugen,
  • ohne die Strukturanpassung in der Altersteilzeit,
  • ohne den Restrukturierungsaufwand,
  • aber mit Zinserträgen aus dem Finanzierungs-Leasing.

Die Eigenkapitalrendite (Return On Capital Employed) stieg deutlich von 6,6 auf 7,6 Prozent, die Eigenkapitalquote sank nur leicht auf 33 Prozent, der operative Cashflow, ein weiteres Kennzeichen der Finanzkraft, stieg von +255 auf +274 Mio. Euro. Das alles bei einem Umsatz von vier Mrd. Euro. Die MVV-Aktie notierte heute in Frankfurt bislang um 1,8 Prozent höher bei 20,39 Euro.

In der gedruckten ZfK-Dezemberausgabe finden Sie auf den Seiten vier und fünf ein Interview mit Georg Müller zur Klimaschutzinitiative von MVV Energie und 40 anderen Unternehmen. (geo)