Eon verkauft Teile des ungarischen Gasgeschäfts

Der deutsche Großkonzern Eon verkauft seine ungarische Gasimport-Tochter sowie das dortige Speichergeschäft und weitet sein Engagement in Brasilien aus.

Wie die Konzernzentrale Eon SE in Düsseldorf am Gründonnerstag bekanntgab, verkauft der Großkonzern seine 100%-Töchter Eon Földgáz Trade und Eon Földgáz Storage für 870 Mio. € an den privatisierten ungarischen Stromversorger MVM Hungarian Electricity Ltd.

Eon Földgáz Trade ist demnach der größte Gaslieferant in Ungarn und verfügt über nationale und internationale Gasbezugsverträge. Eon Földgáz Storage ist mit einer Speicherkapazität von 4,2 Mrd. cbm der größte Gasspeicherbetreiber des Landes.

Eon-Finanzvorstand Marcus Schenck begründete den Verkauf offiziell mit der "Fokussierung" des Konzerns "innerhalb Europas". Dem Vernehmen nach hat aber ein hoher Nationalisierungsdruck des ungarischen Staates dem Verkauf nachgeholfen. Eon bleibt über seine Beteiligung Eon Hungaria, die 3 Mio. Endkunden mit Energie versorgt, im ungarischen Gasgeschäft engagiert.

Gleichzeitig gab Eon die Erhöhung seines Anteils am privaten brasilianischen Stromerzeuger MPX von 12% (seit 2002) auf 36% bekannt. Die Transaktion, die aus einem Aktienkauf und einer Kapitalerhöhung besteht, ist mit dem dortigen strategischen Partner, dem Unternehmer Eike Batista (EBX-Gruppe), abgestimmt. Eon investiert insgesamt 800 Mio. €. Ziel ist es, MPX zum größten privaten Energieversorger Brasiliens zu machen. Bis Ende diesen Jahres werde MPX mit >28.000 MW 15% der installierten konventionellen Leistung Brasiliens am Netz haben; weitere 10.000 MW, auch in erneuerbaren Stromquellen, seien bereits lizensiert. Eon-Chef Dr. Johannes Teyssen hob den positiven Wirtschaftsausblick des Schwellenstaates hervor. (geo)