Die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld, Friedhelm Rieke und Martin Uekmann, sowie Martin Gehrke, Geschäftsbereichsleiter Kaufmännische Dienste (von links). Bild: Katrin Biller

Fernwärme und Windenergie sind Grundpfeiler

Trotz eines herausfordernden Geschäftsjahres sind die Stadtwerke Bielefeld mit dem Jahresergebnis für 2014 zufrieden.

Trotz des starken Wettbewerbs, des milden Winters und erheblicher Sonderbelastungen haben die Stadtwerke Bielefeld 2014 ein gutes operatives Ergebnis erzielt. Dem Unternehmen sei es erneut gelungen, die Verkehrsverluste von 20,7 Mio. € auszugleichen und zusätzlich 10,5 Mio. € an die Stadt zu zahlen, berichten die Geschäftsführer Martin Uekmann und Friedhelm Rieke.

Neben der Sicherung des Bestandsgeschäfts seien der Ausbau und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder entscheidend. Hier sehen die Stadtwerke Chancen – in erneuerbaren Energien, in Energiedienstleistungen, in den Bereichen Energieeffizienz und Wärme, erklärt Rieke. Dafür entwickeln die Stadtwerke Bielefeld mehrere Produkte maßgeschneidert für einzelne Zielgruppen mit speziellen Bedürfnissen. So brachten die Stadtwerke zu Jahresbeginn beispielsweise das Produkt Bisolar auf den Markt – ein Pachtmodell für eine Photovoltaikanlage. Das Contracting-Angebot wurde erweitert; die Stadtwerke bieten die Planung, Finanzierung, Betrieb und Wartung kompletter Heizungsanlagen an und rechnen bei Bedarf die im Haus erzeugten Wärme- und Strommengen auch direkt mit den Mietern ab.

„Wir arbeiten intensiv daran, unsere Kosten, Prozesse und Aufgaben zu optimieren. Dazu gehört auch, unseren Personalbestand zu reduzieren. Dies geschieht ausschließlich durch natürliche Fluktuation“, erklärt Martin Uekmann. Es sei bereits gelungen, 4 Mio. € pro Jahr einzusparen.

Bis 2020 wollen die Stadtwerke 280 Mio. € in den Ausbau erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung investieren. Ziel ist es, bis dahin alle Bielefelder Haushalts- und Gewerbekunden aus erneuerbaren Energien und KWK-Strom zu versorgen. Dafür soll auch die Fernwärmeversorgung in Bielefeld ausgeweitet werden. Zusammen mit den Stadtwerken Gütersloh investieren die Stadtwerke Bielefeld in diesem Jahr rund 27 Mio. € in einen Windpark mit fünf Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 15 MW an der Autobahn bei Rheda-Wiedenbrück. Die Inbetriebnahme des Windparks ist für den Sommer 2016 vorgesehen.

Die Umsatzerlöse sanken 2014 um 10 % auf knapp 630 Mio. €. Hauptursache dafür war der milde Winter. Der Stromabsatz liegt mit 3,5 Mrd. kWh auf Vorjahresniveau. Die Bielefelder Haushaltskunden und die Sondervertragskunden verbrauchten 11 % weniger Strom. Grund dafür waren witterungsbedingte Absatzrückgänge, Effizienzmaßnahmen der Kunden und die zunehmende Eigenerzeugung durch EEG-Anlagen. Die Absatzmengen an die Kundensegmente Weiterverteiler und Handel sind um gut 13 % angestiegen. Witterungsbedingt fiel die Gasabgabe um 14 % auf 3,7 Mrd. kWh. Durch das erfolgreiche Portfoliomanagement erhöhte sich dabei jedoch die Absatzmenge bei den Weiterverteilern und im Handel um 4,6 %. (wa)