Gastransport von Frankreich nach Belgien möglich

Die Ferngasnetzbetreiber von Belgien und Frankreich haben eine Pipeline eröffnet, die Gas vom LNG-Terminal Dünkirchen nach Norden ableiten kann.

Bislang konnte kein Erdgas in größeren Mengen per Röhre von Frankreich nach Belgien gelangen: Beide bisherigen Grenzübergabestationen, Alveringem und Taisnières, sind ausschließlich für den Transport von (norwegischem) Gas in Südrichtung nach Frankreich ausgelegt.

Das ist seit vergangenem Freitag anders: Die Chefs der belgischen und französischen Ferngasnetzbetreiber Fluxys und GRT Gaz, Pascal de Buck und Thierry Trouvé, eröffneten am 27. Mai das auf belgischer Seite liegende, 75 Kilometer lange letzte Teilstück einer Hochdruckverbindung. Sie hat die Kapazität, jährlich acht Mrd. Kubikmeter (knapp 100 Mrd. kWh) Erdgas von Frankreich nach Belgien zu transportieren. Der Bau der Pipeline, eines EU-Projektes von gemeinsamem Interesse, seit 2010 kostete Fluxys 100 Mio. Euro und GRT Gaz 86 Mio. Euro.

Der Neubau ist vor dem Hintergrund des Flüssigerdgas(LNG)-Terminals von EDF im nordfranzösischen Dünkirchen zu sehen, das im Sommer fertig werden soll. Theoretisch kann die neue Pipeline aber auch andere französische Gasmengen nach Belgien ableiten, da GRT Gaz den bestehenden Gaskoppelpunkt in Pitgam südlich von Dünkirchen aufgerüstet hat.

Die Bedeutung des Projekts: Das Gas aus Frankreich kann nicht nur Belgien versorgen, sondern den gesamten nordwesteuropäischen Markt und die Britische Insel, da nun das gesamte belgische Ferngasnetz bidirektional ist. Das heißt, dass sich Gas in beide Richtungen transportieren lässt.

Die neue Pipeline, die in Frankreich "Artère des Flandres" heißt, aber keinen Gesamtnamen hat, führt von Pitgam bei Dünkirchen über den Grenzort Hondschoote quer durch das küstennahe Belgien bis nach Maldegem bei Brügge an der holländischen Grenze. (geo)