Vorstandsvorsitzender Henning R. Deters bei der Hauptversammlung in Gelsenkirchen.
© Gelsenwasser

Gelsenwasser: Umweltschutz in allen Geschäftsfeldern

Neue Partnerschaften und jede Menge Projekte für saubere Gewässer und den Ausbau der Erneuerbaren – der Stromabsatz stieg, der Absatz von Gas fiel bei der Gelsenwasser AG.

Egal ob Windpark, Klärschlamm-Recycling oder neue Technologien für den Gewässerschutz –  als Allrounder der Versorgungsbranche präsentiert Gelsenwasser im Geschäftsfjahr 2017 viele neue Projekte und Pläne. Investitionsspielraum ist dank stabiler Finanzlage und dem Zuwachs im Strom- und Gassegment gegeben.

Der Konzern erwirtschaftet insgesamt rund 1209 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 92,4 Mio. Euro und liegt damit im Mittel der vergangenen Geschäftsjahre (2016: 109,2 Mio. Euro; 2015: 84,4 Mio. Euro; 2014: 93,0 Mio. Euro). Für den Ergebnisrückgang seien laut dem Vorstandsvorsitzenden Henning R. Deters unter anderem rückläufige Ergebnisse beim Gasverkauf, höhere Personalaufwendungen und geringere Sondereffekte verantwortlich.

Während der Wasserabsatz des Konzerns mit 232,8 Mio. Kubikmeter (cbm) fast auf Vorjahresniveau lag, legte der Stromvertrieb ordentlich zu. Das westfälische Unternehmen konnte ein Kundenplus von über zehn Prozent verbuchen und vermarktete damit 477 Mio. kWh Strom. Im Gasgeschäft sanken die Absatzmengen im Haushaltsbereich zwar um 5,2 Prozent, dank dem Einstieg in den niederländischen Markt, stieg die gesamte Verkaufsmenge allerdings um 26,8 Prozent.

Klärschlamm-Recycling und Windstrom

Neben Vertrieb und Handel konzentrierte sich Gelsenwasser auch auf zahlreiche Projekte und Kooperationen für die Zukunft. So beteiligte sich der Konzern an der Intrapore GmbH in Essen. Die Fima hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, um Böden von Nano- und Mirkopartikeln zu befreien und so das belastete Grundwasser zu reinigen. Ähnliches verfolgt die Kooperation mit dem sächsischen Start-up „Binee“: Statt Alt-Medikamente durch die Kanalisation zu jagen, können Verbraucher ihre abgelaufenen Pillen an Sammelcontainern abgeben. Auch in Sachen Klärschlamm-Recycling hat Gelsenwasser große Pläne: Bereits an drei Standorten plant der Versorger Monoverbrennungsanlagen.

Neben den Projekten im Ursprungsgeschäft mischt der Konzern auch beim Ausbau der Erneuerbaren mit. Über verschiedene Bürgerbeteiligungsmodelle werden Windenergieprojekte unterstützt. Aktuell sind 77 Windräder mit einer Leistung von rund 350 MW unterschiedlich weit in der Planung.(ls)