Die Führungsgruppe der GGEW AG bei der Bilanz-Pressekonferenz Ende Juli 2014 (von links): Uwe Sänger, technischer Bereichsleiter; Rainer Babylon, Bereichsleiter Vertrieb/Marketing und Prokurist; Dr. Peter Müller, Vorstand; Carsten Hoffmann, kaufmännischer Bereichsleiter und Prokurist; Susanne Schäfer, Bereichsleiterin Kommunikation.
Bild: Marcfippel.de

GGEW wird größter Kommanditist von Windpool

Der südhessische Kommunalversorger investiert dieses Jahr auf Basis solider Finanzen so viel wie nie in den 127 Jahren seiner Geschichte.

Der Bensheimer Kommunalversorger Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße (GGEW) investiert im laufenden Jahr so viel wie noch nie in seiner Unternehmensgeschichte: 40 Mio. €. Im Wesentlichen geht das Geld in den Erwerb der Strom- und Gasnetze in den Nachbarstädten Heppenheim und Lorsch sowie die Elektrizitätsnetze in Lautertal und Seeheim-Jugenheim. Sie gehörten bis Ende 2013 dem Darmstädter HSE-Konzern, mit dem sich GGEW im vergangenen Jahr nach erbitterten vieljährigen Rechtsstreitigkeiten gütlich geeinigt hatte. GGEW-Alleinvorstand Dr. Peter Müller nannte den Burgfrieden mit HSE gestern (28. Juli 14) in der Bilanzpressekonferenz "das für uns ökonomisch wichtigste Ereignis" und die regionale Zusammenarbeit der Energieversorger angesichts von Energiewende und Netzregulierung "vernünftig".

Beim weiteren Aufbau einer eigenen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen bleibt es nach den Worten Müllers bei dem 150 Mio. € schweren Investitionsprogramm in den nächsten Jahren. Vergangenes Jahr wurde GGEW durch eine höhere Beteiligung an der Beteiligungsgesellschaft "Windpool" dessen größter Kommanditist. Windpool hat seit 2010  13 Windparks an Land erworben und betreibt sie; ein zweiter Pool ist im Aufbau. GGEW fährt zweigleisig mit schlüsselfertigen Erwerben als auch eigener Projektentwicklung. Im Dezember 2013 erwarb der südhessische Versorger in Rheinland-Pfalz den Windpark Linden (2 x 2,4 MW und 14 Mio. kWh/a) und den Windpark Hangen-Weisheim II, der von Winzern angestoßen worden war (Windkathedrale 3000 Betreibergesellschaft mbH).

Zudem stieg GGEW 2013 mit 20 % bei der Conergia ein, einem Energiedienstleister für die Immobilienwirtschaft und Wärmelieferanten.

Weitere Investitionen des Querverbundunternehmens GGEW, das sich 2013 auch über einen Besucherrekord in seinen beiden Bädern freute, gehen in die angestammten Energienetze (6,9 Mio. €), die Wassernetze (1 Mio. €), das Glasfasernetz (1,7 Mio. €) und in die Modernisierung der Straßenbeleuchtung (1,5 Mio. €).

GGEW leistet dies auf Basis solider Geschäftszahlen: Der Jahresüberschuss der AG erreichte mit 3,3 Mio. € fast das Niveau von 2012 (3,4 Mio. €). Der Bilanzgewinn von 3 Mio. € geht zu 100 % an die durchwegs kommunalen Aktionäre. Die Eigenkapitalquote bleibt mit 45 % über Branchendurchschnitt; sie sank 2013 planmäßig von 48 % und soll angesichts der Investitionen weiter leicht sinken. Der Umsatz stieg auf 179 Mio. €. Der Stromabsatz sank wegen Rückgängen bei Gewerbe- und Sonderkunden von 773 auf 709 Mio. kWh, der Gasabsatz stieg von 835 auf 894 Mio. kWh. (geo)