Freude über das neue Nahwärmesystem: (von links) Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei MTU; Paul Stampfer, Geschäftsführer SWG; Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer Stadtwerk am See; Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister Stadt Friedrichshafen an der neuen Wärme-Übergabestation. Bild: Robert Hack

Großes Gemeinschaftsprojekt

Stadtwerk, Industrie und Wohnungsbau realisieren ökologisches Nahwärme-Projekt in Friedrichshafen.

Im Friedrichshafener Norden entsteht ein Modellprojekt für ökologische Wärmeversorgung: Stadtwerk am See und MTU Friedrichshafen haben gestern die Energiezentrale für das Quartier Heinrich-Heine-Straße in Betrieb genommen. Mit dabei sind auch große Industriebetriebe wie ZF, MWS, Sauerstoffwerk und Zeppelin Systems sowie die Stadt Friedrichshafen. Das Projekt wird vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

In Friedrichshafen wird Abwärme, die bei der Industrieproduktion entsteht, nutzbar gemacht. Baubeginn für den ersten Abschnitt des Nahwärmenetzes war vor einem Jahr – nun werden 258 Wohnungen der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft SWG mit Wärme versorgt.

Rolls-Royse liefert Wärme

Diese stammt aus dem Wärmenetz des benachbarten MTU-Werks von Rolls-Royce Power Systems. "MTU startet dieses Projekt der Nahwärmeversorgung über ihr bereits bestehendes Wärmenetz, zu dem auch ein Blockheizkraftwerk von MTU Onsite Energy gehört. In einem zweiten Schritt werden wir auch Industrieabwärme, beispielsweise von Motorenprüfständen, einspeisen", sagt Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei MTU.

Das Stadtwerk am See ist zentraler Dienstleister. Es kauft die Wärme von der Industrie und liefert sie an die SWG-Wohnungen und das benachbarte Obdachlosenheim weiter. Dazu hat das Stadtwerk am See ein Nahwärmenetz aufgebaut. Die Stadtwerk-Techniker kümmern sich um dieses 1200 Meter lange Netz und die Wärmeeinspeisung aus dem MTU-Netz. "Das Projekt ist ein Ausblick in die Energiezukunft", betont Stadtwerk-Geschäftsführer Alexander-Florian Bürkle. (al)