Das Forum des Umweltbundesamts in Dessau-Roßlau Bild: UBA/Linnart Unger

Grünstrom-Nachweis: Verbände zufrieden

Energieverbände sind mit dem künftigen Ökostrom-Herkunftsnachweis nun offenbar zufriedener: Die Kopplung an die Lieferung ist nur noch freiwillig.

Diesen Eindruck äußerte der Leiter des Aufbaustabes für das künftige Herkunftsnachweisregister (HKNR.de) im Umweltbundesamt (UBA), Michael Marty, gestern auf Anfrage der ZfK nach einer Verbändeanhörung zu seinem Entwurf einer "Herkunftsnachweisregister-Durchführungsverordnung" (HkNDV). Jene will das UBA bis Ende August nach Bewertung aller Stellungnahmen und Zustimmung von Umwelt- und von Wirtschaftsministerium erlassen, auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2012 und der "Herkunftsnachweisregister-Verordnung" (HkNV).

 

Demnach können die verschiedenen Energieverbände gut damit leben, dass der Grünstrom nun nicht mehr verpflichtend, sondern nur auf freiwilliger Basis  zusammen mit dem Herkunftsnachweis geliefert wird. Von dieser optionalen Kopplung des Herkunftsnachweises an den Strom wollen wohl einige Unternehmen Gebrauch machen. Das UBA plant jedoch, in einer Informationskampagne zum Registerstart Verbrauchern klar zu machen, was Herkunftsnachweise leisten können und was nicht. Im Januar hatte das UBA in einer Fachtagung noch eine verpflichtende Kopplung bei der Präsentation von Grundzügen des Registers vorgestellt und war damit bei einem Teil der Fachöffentlichkeit auf Ablehnung gestoßen. Bei der gestrigen Anhörung habe er

Verbraucherschutzverbände im Übrigen nicht gesehen, sagte Marty auf Anfrage der ZfK.

 

Voraussichtlich am 1. Januar 2013 startet der Registerbetrieb im UBA. Dann darf Grünstrom in Deutschland nur noch als solcher verkauft werden, wenn der Vertrieb entsprechende Herkunftsnachweise gemäß der EU-Richtlinie 2009/28/EG auf seinem Konto im Register entwertet. Dies ist bereits seit 2011 in § 42 Energiewirtschaftsgesetz geregelt, es fehlt aber noch der Registerstart.

 

Was dann mit den umstrittenen RECS-Zertifikaten (Renewable Energy Certificate System) geschieht, ist unklar, da nur Herkunftsnachweise des UBA für die Stromkennzeichnung verwendet werden dürfen. Insoweit übernimmt das UBA die bisherige Arbeit des Öko-Instituts e. V. Die Qualitätssiegel, wie z. B. OK-Power oder Grüner-Strom-Label haben über die Stromherkunft aus Erneuerbaren hinaus weitere Qualitätsanforderungen, wie etwa einen unterschiedlich hohen Neuanlagen-Anteil. Das HKNR des UBA registriert Marty zufolge die Herkunft des Stroms aus Erneuerbaren und dokumentiert weitere Eigenschaften wie etwa das Alter der betreffenden Produktionsanlagen und liefert damit wesentliche Informationen für die Qualitätsprüfung.

 

Faktisch werden künftig beim UBA nur Grünstrom-Importmengen sowie Strommengen aus der "sonstigen" EEG-Direktvermarktung und jener gemäß "Grünstromprivileg" registriert werden, da für EEG-Mengen mit fixen Fördersätzen und die EEG-Direktvermarktung mit Marktprämie künftig keine Herkunftsnachweise ausgestellt werden dürfen. (geo)