Die Bohranlage für die erste Aufsuchungsbohrung von Hammgas hat eine Höhe von rund 22 Metern. Bild: © Daldrup & Söhne AG

Hammgas fördert testweise Gas ohne Fracking

Das Konsortium hat die Aufsuchungsbohrung "Herbern 58" im Münsterland erfolgreich beendet. Nun beginnt die testweise Gasförderung vor Ort.

In rund 1000 Metern Tiefe, auf dem Gelände einer ehemaligen Schachtanlage im münsterländischen Ascheberg, erschließt das Konsortium Hammgas Kohleflözgas. An dem Unternehmen sind unter anderem die Stadtwerke Hamm mit 30 Prozent beteiligt. Die erste Aufsuchungsbohrung "Herbern 58" ist in der vergangenen Woche erfolgreich beendet worden und hat nach Angaben eines Sprechers von Hammgas rund zwei Monate in Anspruch genommen. Im Laufe dieser Woche beginnt nun der anschließende Testbetrieb, sprich die temporäre Förderung von Gas zur Analyse des Lagerstättendrucks, der Gasqualität und -menge. Eine zweite Aufsuchungsbohrung ist in Planung. "Nach Beendigung beider Aufsuchungsbohrungen wird Hammgas intern darüber befinden, ob sich eine wirtschaftliche Förderung anschließen wird", so der Hammgas-Sprecher. Der Prozess ist ergebnisoffen.

Die Aufsuchungsbohrung "Herbern 58" war nach Angaben von Hammgas eine konventionelle Bohrung, dabei sei eine wasserbasierte Bohrspülung eingesetzt worden. Auf den Einsatz von wassergefährdenden Stoffen habe man verzichtet, die angewandte Bohrmethode werde beispielsweise auch im Tiefbrunnenbau eingesetzt.

Die Lokation der Lagerstätte erfolgte mit Hilfe der sogenannten Tektomechanik, einem geotechnischen Aufsuchungskonzept zur Ermittlung und Analyse vorhandener Kohleflöz-Reservoire. Laut Hammgas handelt es sich dabei im Gegensatz zum Fracking um keine Methode zur Gasförderung oder um die nachträgliche Bearbeitung einer Lagerstätte, sondern lediglich um ein analytisches Verfahren zur Lokalisierung konventioneller Lagerstätten sowie der dort vorhandenen natürlichen Gasmigration.

Die erste Bohrung hat eine Tiefe von 1031 Meter und eine Länge von mehr als 1700 Metern. Für die zweite Bohrung befindet sich Hammgas noch in der Analysephase sowie in den vorbereitenden Maßnahmen zur Erstellung der Hauptbetriebsplanunterlagen. Diese seien noch nicht bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es unter www.hammgas.de. (hoe)