Hammgas: Stadtwerke-Ausstieg kommt vor Gericht

Hauptgesellschaft PVG will die Kündigung der Stadtwerke Hamm nicht akzeptieren. Nun muss das Landgericht Dortmund entscheiden.

Neue Hürden für den vorgesehenen Ausstieg der Stadtwerke Hamm aus dem Konsortium Hammgas. Weil das Kommunalunternehmen eine wirtschaftliche Förderung von Gas in den betroffenen Aufsuchungsgebieten für unwirtschaftlich hält, hatte es seine Beteiligung an Hammgas Ende 2016 außerordentlich gekündigt. Die Hauptgesellschafterin, das private Bergbauunternehmen PVG GmbH pocht auf Vertragserfüllung und hat die Kündigung der Stadtwerke zurückgewiesen, schreibt der "Westfälische Anzeiger".

PVG fordert, dass sich die Stadtwerke an einer zweiten Probebohrung, dieses Mal im Stadtgebiet von Hamm, beteiligen. Laut PVG sei auch diese zweite Bohrung bereits beauftragt worden, eine Genehmigung der Bezirksregierung liege aber noch nicht vor.

Unterschiedliche Deutung der Ergebnisse der ersten Aufsuchungsbohrung

Hintergrund des Streits ist die Deutung der Ergebnisse der ersten Aufsuchungsbohrung Anfang Dezember in Herbern. Die PVG hält die Wirtschaftlichkeit einer Förderung nach wie vor für gegeben, die Stadtwerke Hamm hingegen sieht keine Erfolgschancen bei einer weiteren Bohrung und verweisen auf die Ergebnisse eines entsprechenden Gutachtens. "Es bleibt dabei, dass sich die Stadtwerke an keiner weiteren Bohrung beteiligen werden", bekräftigte Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Hegemann gegenüber der Regionalzeitung.

Die Ergebnisse der Herberner Bohrung wurden bisher nicht veröffentlicht, im Rahmen des Gerichtsverfahrens könnten sie publik werden. (hoe)