Hohe Resonanz auf Bochumer Sponsoring-Aufruf

Die Stadtwerke Bochum bieten in einem neuen großangelegten Sponsoring-Konzept mehr Förderung in den Bereichen Soziales, Bildung, Sport und Kultur.

Frei nach Willy Brandt will der Kommunalversorger aus Bochum mit seinem neuen Sponsoring-Verfahren mehr Demokratie wagen. Nachdem das Unternehmen vergangenes Jahr in der sog. Atriumtalk-Affäre rund um den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück (die ZfK berichtete: "Vortragshonorar unter Spendenvorbehalt")  Negativschlagzeilen machte, soll nun Transparenz und Bürgernähe in den Vordergrund rücken.

Dazu haben die Stadtwerke Bochum ein neues Sponsoring-Konzept unter dem Motto "Wofür schlägt mein Herz?" entwickelt. Teilnehmen konnten alle Institutionen, Vereine und Organisationen aus Bochum, aber keine Privatpersonen. Die Bewerbungsfrist endete am 25. August. 276 Ideen gingen in den vergangenen zwei Monaten bei den Stadtwerken ein. "Die Resonanz auf das Bewerbungsverfahren hat unsere eigenen Erwartungen deutlich übertroffen", sagt Bernd Wilmert, Chef der Stadtwerke. "Wir freuen uns über die große Vielfalt an Bewerbungen und die spannenden kreativen Projektvorschläge", so Wilmert weiter.

Der Versorger sponsert "Bürgerprojekte". Sie erhalten eine einmalige Unterstützung von bis zu 25 000 €, insgesamt 350 000 € pro Halbjahr. Für "Zukunftsprojekte" mit besonderem Leuchtturmcharakter ab 25 000 € stellen die Stadtwerke 100 000 € zur Verfügung.

Sobald ein unabhängiger Beirat die eingegangenen Projektanträge geprüft und freigegeben hat, dürfen die Bochumer Bürger darüber abstimmen. Das Voting beginnt am 5. September im Internet oder übers Kundenmagazin. Zur Stimmabgabe stehen fünf Herzen – für Stadtwerke-Kunden zehn – zur Verfügung. Über die "Zukunftsprojekte" entscheidet der Aufsichtsrat der Stadtwerke separat in seiner Herbstsitzung.

Mehr dazu in der am 2. September erscheinenden gedruckten Ausgabe der ZfK auf Seite 15. (sg)