Innogy-Vorstandschef Uwe Tigges.
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Innogy-Chef hält sich bedeckt zu Aufspaltungsplänen

Für den Energiekonzern Innogy kommt die bevorstehende Zerschlagung völlig überraschend.

"Wir haben Samstagabend Kenntnis von den Plänen erhalten", sagte Vorstandschef Uwe Tigges am Montag auf der Pressekonferenz zum vergangenen Geschäftsjahr. Äußern wollte er sich zur geplanten Übernahme und anschließenden Aufteilung nicht. "Zum Bestand der Innogy können wir gar nichts sagen."

Sowohl beim Management als auch bei den knapp 40.000 Mitarbeitern herrscht Unsicherheit. Niemand verkörperte dies deutlicher als der Vorstandsvorsitzende Tigges, der seinen Job erst im Dezember vom glücklosen Peter Terium geerbt hat. Tigges fiel die undankbare Aufgabe zu, ein Zahlenwerk zu verkünden, dass schon am Tag seiner Veröffentlichung komplett überholt war. Stoisch las er Zeile für Zeile des schon vergangene Woche vorbereiteten Textes ab. Auf Nachfragen zur aktuellen Situation blieb er schmallippig: "Wir werden uns zu einem späteren Zeitpunkt in angemessener Weise äußern." Was auf Innogy genau zukommt, wagt derzeit noch niemand abzuschätzen.

Gute Nachrichten für die Aktionäre von Innogy

Ungeachtet der Turbulenzen hinsichtlich der eigenen Zukunft hält das Management an seiner Wachstumsstrategie fest: Bis 2020 will der Konzern netto 2,0 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro jährlich investieren. Schwerpunkt sollen die drei Kernbereiche des Unternehmens sein. Dazu sind Investitionen in Solar, Breitband und Elektromobilität geplant.

Im vergangenen Jahr stieg das Ergebnis von Innogy vor Zinsen und Steuern (Ebit) um drei Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Vor einer Gewinnwarnung, die im Dezember veröffentlicht worden war, hatte Innogy indes ein deutlich kräftigeres Plus erwartet und auf ein doppelt so gutes Ergebnis zugesteuert. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis legte gleichwohl um neun Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Die Aktionäre von Innogy, darunter – meist über RWE – viele kommunale Betriebe, erhielten heute gleich zwei gute Nachrichten: Erstens sollen die Anteileigner von Innogy wie im Vorjahr 1,60 Euro Dividende bekommen. Zweitens wirkte der RWE-Eon-Deal für die Aktie wie ein Aphrodisiakum: Innogy-Aktien schossen zu Wochenbeginn um 13 Prozent in die Höhe: von knapp 35 auf die 40 Euro, die Eon pro Innogy-Aktie zahlen möchte. (sig)