Der Vorstand der RWE-Tochter Innogy (Stand März 2017, von links): Hans Bünting, Hildegard Müller, Peter Terium (Vorsitzender), Bernhard Günther, Martin Herrmann und Uwe Tigges. Bild: Innogy SE

Innogy erfüllt seine Ziele trotz wenig Wind

Innogy war 2016 der größte deutsche Börsengang seit langem. In jenem Jahr hat die RWE-Tochter eine finanzielle Punktlandung hingelegt.

Der nach Börsenwert größte deutsche Energieversorger Innogy hat 2016 – im Jahr seines Börsengangs – alle seine finanziellen Ziele erreicht. Das teilten Innogy-Chef Peter Terium und Finanzvorstand Bernhard Günther gestern mit.

Dabei steigerte sich der operative Ergebnisbeitrag einer von drei Säulen: des Vertriebs. Er erzielte ein um zwei Prozent höheres bereinigtes EBIT, nämlich 0,8 Mrd. Euro. Das Anfang 2016 gestartete Sparprogramm zeigte Wirkung, die Zahl der Kundenbeschwerden ging zurück, das zu RWE-Zeiten im freien Fall befindliche britische Kundengeschäft in der Npower kehrte in den Wachstumsmodus zurück, und konzernweit blieb die Kundenzahl stabil. Der Gasabsatz ging um zwei Prozent auf 241 TWh zurück, vor allem wegen Weiterverteilern, die sich anders orientierten. Der Stromabsatz steigerte sich demgegenüber um vier Prozent auf 243 TWh. Grund war unter umgekehrten Vorzeichen ebenfalls das Weiterverteilergeschäft.

Erneuerbare mit 26 Prozent weniger Beitrag

Innogy-weit betrug das bereinigte EBIT 2,7 Mrd. Euro – minus zehn Prozent gegenüber 2015. Der Umsatz lag bei 43,6 Mrd. Euro. Die Dividendenrendite wird fünf Prozent betragen, sofern die Hauptversammlung im April dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zustimmt, 1,60 Euro je Aktie zu zahlen. Das ist aber nur noch eine Formalie. Damit werden 80 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses ausgeschüttet werden – die Obergrenze des definierten Zielkorridors. Die Untergrenze sind 70 Prozent.

Gegenüber den 2015er Zahlen der damaligen RWE-Sparten gingen dagegen die EBITs der anderen Innogy-Säulen – Erneuerbare und Netze – um 26 respektive zwölf Prozent zurück. Das lag zum einen vor allem an wesentlich schwächerem Wind in Deutschland, Holland, England und Spanien, wo Innogy-Windräder stehen, zum anderen an höheren Netzinvestitionen. Innogy erzeugte vergangenes Jahr knapp elf TWh Strom. Davon kamen 93 Prozent aus Erneuerbaren und zwei Drittel aus Windkraft.

Leicht mehr Personal in Deutschland

Für Innogy arbeiteten Ende 2016 gut 40 000 Menschen (in Vollzeit-Äquivalenten). Die Hälfte davon ist an deutschen Standorten beschäftigt, die im Gegensatz zum Ausland etwas Personal aufbauten.

Die Innogy-Aktie legte am Dienstag letztlich um gut fünf Prozent auf 35,20 Euro zu. Das heißt, die Anleger goutierten nach anfänglicher Enttäuschung die finanzielle Punktlandung von 2016. Die Aussichten für 2017 sind besser: Allein das bereinigte Nettoergebnis soll um sieben Prozent auf über 1,2 Mrd. Euro steigen.

RWE: Behalten die Mehrheit

Die Mutter RWE gab am Dienstag ihre eigenen Konzernzahlen bekannt. Sie bestätigten im Wesentlichen die vorläufigen Zahlen vom Februar, unter anderem ein Nettoergebnis von –5,7 Mrd. Euro. Gerüchte um den kompletten Verkauf von Innogy kommentiere man nicht, hieß es. RWE verwies auf einen Aufsichtsratsbeschluss, wonach der Konzern Innogy-Anteile grundsätzlich bis auf 51 Prozent abverkaufen dürfe – und eben nicht weiter runter. (geo)