Innogy sieht in den USA einen bedeutenden Wachstumsmarkt für erneuerbare Energien.
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Innogy kooperiert mit Regensburger Onshore-Projektentwickler

Die RWE-Tochter setzt beim Ausbau ihrer Erneuerbaren-Kapazitäten stark auf das Ausland, aber nicht nur. Denn Pläne gibt es auch in Thüringen.

"Viele nicht-europäische Länder haben einen deutlichen Nachholbedarf bei der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen", sagte Innogy-Vorstand Hans Bünting am Montag bei einem Pressetermin in Essen. Vor allem die Vereinigten Staaten seien für Innogy "einer unserer bedeutendsten Wachstumsmärkte für erneuerbare Energien". Ende 2017 hatte Innogy eine Vereinbarung zur Übernahme einer Onshore-Wind-Pipeline mit 2.000 MW Gesamtkapazität in den Vereinigten Staaten unterzeichnet. Dabei beinhaltet die Onshore-Pipeline des US-Entwicklers Everpower mehr als 20 Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, davon Vorhaben mit mehr als 500 MW im fortgeschrittenem Entwicklungsstadium, die bis 2020 in Betrieb gehen sollen. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2018 abgeschlossen werden.

Aber auch in den europäischen Kernmärkten gebe es weiterhin Chancen für Wachstum. Dazu gehöre ein großes Offshore-Windprojekt in Großbritannien (860-MW-Offshore-Park Triton Knoll) mit einen Investitionsvolumen von 2,2 Milliarden Euro. Dafür suche Innogy aber Partner. In Deutschland habe Innogy jetzt eine Kooperationsvereinbarung mit dem Regensburger Onshore-Entwickler Primus Energie geschlossen. Innogy übernimmt dabei eine Projektpipeline für den Bau von Onshore-Windanlagen in Thüringen. In 23 Windparks sollen insgesamt 400 Megawatt installiert werden.

Bünting: "Innogy ist ein gesundes Unternehmen"

Trotz des überraschenden Abgangs von Vorstandschef Peter Terium vor wenigen Wochen sieht sich Innogy auf gutem Kurs. "Innogy ist ein gesundes Unternehmen", sagte Bünting weiter. Im vergangenen Jahr habe die Ökostromsparte das prognostizierte Ergebnis von rund 350 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreicht. Auch für 2018 erwartet Bünting ein Ergebnis auf diesem Niveau.

Im Dezember hatte Innogy seine Gewinnprognose für 2017 gekappt. Kurz darauf musste Vorstandschef Terium seinen Stuhl räumen. Der Innogy-Aufsichtsrat hatte unter anderem eine größere Kostendisziplin und eine fokussierte Wachstums- und Investitionsstrategie angemahnt. Die Ökostromsparte ist das kleinste der drei Geschäftsfeldern von Innogy, zu denen noch die Bereiche Netz und Vertrieb gehören.

3,5 Milliarden Euro für Investitionen in Erneuerbare

In den kommenden drei Jahren plant Innogy bei den erneuerbaren Energien Investitionen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. "Wir suchen uns konsequent neue Möglichkeiten für werthaltiges Wachstum", sagte Bünting. Insgesamt gibt es nach seinen Angaben bis zum Jahr 2020 Investitionsplanungen in Höhe von 10 Milliarden Euro. Davon entfalle etwa die Hälfte auf Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie Netzkosten.

An den Planungen habe sich nach dem Abgang von Terium nichts geändert. "Die Strategie wurde nicht nur von Peter Terium entwickelt, sondern vom ganzen Vorstand", sagte Bünting. Zur Nachfolgersuche äußerte er sich nicht, das sei Aufgabe des Aufsichtsrats. Bis die Nachfolge für Terium gefunden ist, hat der bisherige Personalvorstand Uwe Tigges den Chefposten übernommen. (hil/dpa)