Kälte treibt zu dreistelligen Strompreisen

Solche Höhen hat man lange nicht gesehen: Der deutsche Strom-Spot ist über 100 Euro pro MWh. Der Handelsdienstleister ICIS macht sich darauf seinen Reim.

Die Stromlieferung nach Deutschland/Österreich für heute hat gestern bei der Day-ahead-Auktion der Börse Epex Spot die zweistelligen Werte nach oben verlassen: Grundlast (Lieferung alle 24 Stunden) notierte bei 101,92 Euro pro MWh – bei relativ mäßiger Handelstätigkeit. Das könnte ein Allzeithoch sein: Selbst während der Ölrally kurz vor der Finanzkrise wurden drei Stellen vor dem Komma bei einem Tagespreis nie annähernd erreicht, so ein Chart der Epex-Mutter EEX.

Zur Lieferung am Vortag hatte Grundlast noch bei 75,64 Euro gelegen – ebenfalls ein extrem hoher Wert. Die Lieferungen für die jüngsten Wochenendtage – ihrer Natur gemäß verbrauchsschwächere Tage – hatten zwischen respektablen 41 und 48 Euro notiert. Für die Arbeitstage in der Vorwoche wurden zwischen 62 und 85 Euro bezahlt.

Spot teurer als Termin

Spitzenlast für heute erzielte sogar 130,18 Euro. Auch in der Vorwoche hatte es zwei Tage mit dreistelligen Großhandelspreisen gegeben. Der Spot zieht nach Einschätzung des Dienstleisters ICIS den Terminmarkt nach oben mit, und zwar wegen der Extremkälte auf dem Kontinent, deren Fortsetzung erwartet wird.

Aber die Terminmarktprodukte bleiben wesentlich günstiger, wie man am Frontmonat Februar sieht: Er notierte an der Börse EEX gestern bei 45,25 Euro. Das Frontjahr 2018 war gleichzeitig – ohne dahinterliegende Wettererwartungen – 30,80 Euro wert. (geo)