Jörg Teupen, Vorstand Technik und Personal der Stadtwerke Kiel (links), und Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel, blicken voller Stolz auf das Küstenkraftwerk
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Kieler Küstenkraftwerk besteht den Härtetest

Das Gasmotorenkraftwerk hat den Probetrieb erfoglreich abgeschlossen. Nun übernehmen die Stadtwerke Kiel die Betriebsverantwortung.

Ob Gasmotoren, der Wärmespeicher, die Pumpenhalle oder der Elektrodenkessel: 20 Tage lang wurden alle Anlagenbestandteile des neuen Kieler Gasmotorenkraftwerks im Probebetrieb getestet. Die Verfügbarkeit lag bei über 99 Prozent. Damit hat die laut Angaben der Stadtwerke Kiel "modernste Anlage Europas" nun auch die letzte Hürde genommen. Jetzt haben Vertreter der Stadtwerke Kiel und das Generalunternehmen Kraftanlagen München den Abschluss des Projektes vereinbart. Das Küstenkraftwerk geht damit in die Betreibsverantwortung der Stadtwerke über.

"Dieser Bau war die größte Investition in der Geschichte der Stadtwerke Kiel. Es hat uns alle gefordert und viel Kraft, Zeit und Energie gekostet“, resümierte Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG. Jörg Teupen, Vorstand für Technik und Personal der Stadtwerke Kiel, sprach von einem "Pionierprojekt, das zu einer erheblichen Reduzierung der CO2-Emissionen" beitrage. Insgesamt wurden in das Kraftwerk rund 290 Mio. Euro investiert. Die Anlage kann modular gefahren werden. Das eröffnet eine hohe Flexibiilität mit Blick auf die Anforderungen des Energiemarktes. Die 20 Gasmotoren in vier Blöcken können in weniger als fünf Minuten auf eine Nennleistung von 190 MW elektrisch gefahren werden. Beim Betrieb kann gleichzeitig eine Wärmeleistung von 192 MW erzeugt werden. Im Vergleich dazu: Das alte Gemeinschaftskraftwerk (GKK) benötigt mindestens vier Stunden, um hochzufahren.

Hohe CO2-Einsparungen

Das Küstenkraftwerk bildet ab jetzt die künftige Basis für die Wärmeversorgung Kiels. Grundlage der Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Sie trägt zu einem hohen Wirkungsgrad bei: 45 Prozent thermisch und 45 Prozent elektrisch, sowie einer effizienten Primärenergienutzung von über 90 Prozent. "Durch die umweltschonenden Eigenschaften des Energieträgers Erdgas wird die neue Anlage über 70 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als das einstige, kohlebetriebene Gemeinschaftskraftwerk", heißt es in der Pressemitteilung. Das Küstentkraftwerk spart gegenüber seinem Vorgängerkraftwerk jährlich rund eine Milliarde Tonnen CO2 ein.

Ministerpräsident kommt zu offizieller Einweihung

Am 16. Januar wird die Anlage offiziell eingeweiht. Als Ehrengäste werden dazu Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sowie der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Kiel und Chef der MVV Energie, Georg Müller, erwartet. MVV hält 51 Prozent der Anteile an den Stadtwerken Kiel, die restlichen 49 Prozent liegen bei der Stadt Kiel. (hoe)