Verleihung des STADTWERKE AWARD 2019 (von links nach rechts): Andreas Schwarberg, Daniel Banzhaf (Stadtwerke Solingen), Klaus Hinkel (ZfK), Jarno Wittig (VKU Akademie), Stephan Becker und Tim Nowak (Stadtwerke Herne), Ministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, Sven Becker (Trianel), Matthias Ohl und Andreas Meyer (WSW AG), Katherina Reiche (VKU). Bild: © VKU Service

Kopf-an-Kopf-Rennen um den STADTWERKE AWARD 2019

Die Gewinner des STADTWERKE AWARD 2019 kommen aus Wuppertal, Herne und Solingen. Ein Unternehmen hat die begehrte Auszeichnung bereits zum zweiten Mal erhalten.

Die WSW Energie und Wasser, die Stadtwerke Solingen und die Stadtwerke Herne sind die Gewinner des STADTWERKE AWARD 2019. Die prämierten Stadtwerke setzen kommunale Leuchtturmprojekte mit Wasserstoff und LoRaWan sowie eine Quartierslösung vorbildlich um. Prof. Dr. Kristina Sinemus, Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung des Landes Hessen, Initiator Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung von Trianel, und Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU, verliehen den STADTWERKE AWARD im Rahmen des VKU-Stadtwerkekongresses in Kassel.

„Klimaschutz, Digitalisierung und Kundennähe sind die derzeitigen Megatrends in der Energiewirtschaft. Die Gewinner des STADTWERKE AWARD 2019 zeigen, wie diese Trends schon heute ganzheitlich umgesetzt und die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden“, stellt Becke in seiner Laudatio fest. Die stetig wachsende Beteiligung am Wettbewerb verdeutliche die große Innovationskraft von Stadtwerken, Daseinsvorsorge neu zu denken und Impulse für die Energiewirtschaft zu setzen. Die besondere Qualität der Projekte zeige sich in diesem Jahr auch in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Platzierungen.

Gütesiegel der Branche

„Der Wettbewerb um den STADTWERKE AWARD zeigt, dass die Auszeichnung zu einem echten Gütesiegel der Branche geworden ist“, hebt Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU hervor. „Die diesjährigen Gewinner zeichnen sich durch Innovationskraft und Weitsicht aus – sie sind zu Recht ‚Stadtwerke der Zukunft‘. Sie erkennen die Bedürfnisse ihrer Kunden und entwickeln mutige, nachhaltige und digitale Lösungen der modernen Daseinsvorsorge“, so Reiche weiter.

Vielerorts müssen dort, wo sich keine privatwirtschaftlichen Interessenten für einen Ausbau ultraschneller Breitbandinfrastrukturen finden lassen, die Kommunen in Eigenregie die Initiative für den Ausbau übernehmen. Digitalministerin Sinemus unterstrich daher die Bedeutung der im Verband organisierten kommunalen Unternehmen als wichtige lokale Treiber für die Zukunftsfähigkeit unserer Lebensräume und Wirtschaftsstandorte: „Ohne kommunale Unternehmen gibt es keinen flächendeckenden Gigabitausbau. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund knapper Ressourcen bei Planung und Tiefbau, während zugleich die Nachfrage nach Hochleistungsinternet steigt“, betont die Ministerin.

Erster Platz

Mit dem innovativen Wasserstoff-Projekt „H2-W – Wasserstoffmobilität für Wuppertal“ gewinnen die WSW Energie & Wasser den ersten Platz des STADTWERKE AWARD 2019. „Die Wuppertaler zeigen, wie ein idealer Kreislauf von der Abfallentsorgung über die Energiegewinnung bis hin zum öffentlichen Nahverkehr hergestellt werden kann und Sektorkopplung aktiv gelebt wird“, lobt Becker das bergische Wasserstoff-Projekt. Die klassischen Stadtwerke-Aufgaben Entsorgung, Energiegewinnung und öffentlicher Nahverkehr werden intelligent miteinander verknüpft und so die verschiedenen Kompetenzen der Tochtergesellschaften ideal verbunden.

Die WSW Energie und Wasser hat außerdem eine intelligente Lösung für die Sektorkopplung in Regionen ohne Ausbaumöglichkeiten für erneuerbare Energien entwickelt: In Wuppertal werden Abfälle als Basis für die Herstellung von Wasserstoff genutzt. Der gewonnene Wasserstoff wird anschließend in den Wuppertaler Brennstoffzellen-Bussen eingesetzt. Mit dem neuen Müllheizkraftwerk, das Fernwärme, Strom- und Wasserstofferzeugung bündelt, punktet das Projekt zudem durch innovative Technik.

Neue Maßstäbe setzt die WSW Energie und Wasser darüber hinaus auch im Wettbewerb um den STADTWERKE AWARD: Das Wuppertaler Stadtwerk gewinnt das zweite Jahr in Folge die begehrte Auszeichnung. „Mit dem ersten Platz überflügeln die WSW Energie und Wasser ihren ebenso beachtlichen zweiten Platz aus dem letzten Jahr“, so Becker.

Zwei zweite Plätze

Aber nicht nur ein Vorjahressieger macht die Verleihung des STADTWERKE AWARD 2019 zu etwas Besonderem. Mit den Stadtwerken Solingen und den Stadtwerken Herne gewinnen gleich zwei Unternehmen nach Punkten den STADTWERKE AWARD in Silber. Beide Projekte haben nach der Jury-Bewertung und der Leser-Umfrage in der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) die gleiche Punktzahl erreicht. „Darum vergeben wir in diesem Jahr zweimal den STADTWERKE AWARD in Silber für zwei sehr unterschiedliche, aber in sich sehr konsistente Projekte“, erläutert Becker.

Die Stadtwerke Solingen punkten mit ihrem HauswächterPlus und der damit verbundenen strategische Ausrichtung des Unternehmens in Richtung Digitalisierung. Mit dem HauswächterPlus weiten die Stadtwerke Solingen ihr Kundenangebot um eine derzeit einzigartige Smart-Home-Lösung aus und etablieren so kundennah das von ihnen im Stadtgebiet aufgebaute LoRaWAN-Funknetz. „Die Stadtwerke Solingen überzeugen als digitaler Infrastrukturdienstleister mit einem attraktiven Kundenangebot“, hebt Becker hervor. Mit dem HauswächterPlus bieten die Stadtwerke Solingen einen einfach zu installierenden und kostengünstigen Sensor auf Basis von LoRaWAN an, mit dem der Kunde seinen Haushalt einfach überwachen und steuern kann. „Mit dem HauswächterPlus verbinden die Stadtwerke den Aufbau einer digitalen Infrastruktur mit einer attraktiven Serviceleistung und demonstrieren ihr Selbstverständnis als digitaler Versorger und Dienstleister“, lobt Becker.

Mit einem ausgereiften Quartierskonzept haben die Stadtwerke Herne  den STADTWERKE AWARD in Silber gewonnen. Im Herner Klimaviertel Sodingen verwirklichen die Stadtwerke diverse Energiekonzepte für klimaneutrales Wohnen, werten deren Alltagstauglichkeit und energiewirtschaftlichen Nutzen aus und entwickeln daraus neue Dienstleistungen für den nachhaltigen Wohnungsbau. Mit dem Klimaviertel demonstrieren die Stadtwerke Herne ihre Leistungsfähigkeit beim Aufbau regenerativer Energiekonzepte in Wohngebieten und erweitern ihr Leistungsspektrum als Energieexperte und nachhaltig ausgerichteter Versorger. „In Herne entsteht mehr als nur ein Klimaviertel, sondern eine Leistungsschau für die Möglichkeiten von Stadtwerken, Klimaschutz aktiv voranzutreiben. Hier überzeugt die Vielzahl der Ansätze, mit denen das umweltgerechte Leben in der Stadt in Zukunft möglich ist“, so Becker. Die Stadtwerke Herne versorgen ihre Kunden nicht nur mit Energie – sie bieten auch geschlossene Energie-, Wohn- und Mobilitätskonzepte an. Damit leben sie ein neues, ganzheitliches Verständnis von Daseinsvorsorge.

Insgesamt haben sich über 30 Stadtwerke für den STADTWERKE AWARD 2019 beworben. Eine Experten-Jury nominierte sechs Stadtwerke für die Auszeichnung. Neben den Gewinnern standen die Innsbrucker Kommunalbetriebe, Entega sowie die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm im Rennen um den STADTWERKE AWARD 2019.  (hp)