Korruptionsskandal: Brennstoffhändler gesteht

Im Brandenburger Stadtwerke-Skandal hat nun ein Beteiligter ein umfassendes Geständnis abgelegt und eine Bewährungsstrafe kassiert.

Der Brennstoffhändler hatte gestanden, von 2008 bis 2013 mit dem früheren Stadtwerke Chef "unsaubere Geschäfte" gemacht zu haben, schreibt RBB-online. Er habe sich darauf eingelassen, weil er auf die Geschäftsbeziehung zu den Stadtwerken Brandenburg angewiesen gewesen sei.

Konkret ging es um Scheinrechnungen, in denen er dem damaligen Stadtwerke-Chef die Hälfte der Summe in bar ausgezahlt habe. Darüber hinaus habe er Tanks des Unternehmens entleert, "obwohl dies weder wirtschaftlich noch technisch nötig gewesen sei", schreibt das Online-Portal. Das Öl habe er gewinnbringend weiterverkauft.

Den Stadtwerken entstand so ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro. Das Gericht verurteilte den Mann zu zwei Jahren auf Bewährung, da sein Geständnis "wesentlich zur Aufklärung des Falls beigetragen habe".

Durch den Skandal ist nach einem Untersuchungsbericht von Wirtschaftsprüfern den Stadtwerken ein Schaden von 1,1 Mio. € entstanden. Die Anklage geht inzwischen von 770 300 € aus. Es geht darin u. a. um illegale Heizölverkäufe, teure Geschenke, Gefälligkeits-Gutachten und fingierte Rechnungen. Der dafür verantwortlich gemachte Technikchef, dem auch persönliche Bereicherung zur Last gelegt wird, musste gehen und ist seit März gegen Kaution aus der U-Haft entlassen. Zehn Unternehmen sollen in Scheinrechnungen verwickelt sein. Außerdem ermittle die Staatsanwaltschaft gegen "ein Dutzend weitere Verantwortliche". Wann sich der ehemalige Technikchef vor dem Landgericht Potsdam verantworten müsse, stehe noch nicht fest, schreibt RBB-online. (sg)