Die berühmte Nikolaikirche in Leipzig. Bild: Ich-und-Du / pixelio.de

Leipzig und Delitzsch kündigen Care Energy

Der Discounter Care Energy steht auch in Leipzig und Delitzsch ohne Lieferantenrahmenvertrag da. Er lehnt diese Basis für Stromlieferungen nun ab.

Die Netz Leipzig GmbH hat auf heute (30. Sep. 13) den Strom-Lieferantenrahmenvertrag mit dem Discounter Care Energy (MK-Energy) gekündigt, die Delitzsch Netz GmbH, ebenfalls in Sachsen, bereits auf 27. September, 0 Uhr. Als Grund gaben beide kommunalen Verteilnetzbetreiber unabhängig voneinander überfällige Vorauszahlungen auf Netznutzungsentgelte an.

Als eine Reaktion lehnt Care Energy "zukünftig (in jedem Fall) die Zusammenarbeit auf Basis eines Lieferantenrahmenvertrages mit Versorgungsnetzbetrieben ab". In einer Pressemitteilung zum Delitzscher Fall nannte der Discounter die Kündigung einen "durchsichtige(n) Versuch, unliebsame Mitbewerber vom Markt zu verdrängen". Er kündigte rechtliche Schritte dagegen an und forderte "Bürger" zum Widerstand auf. Aufsichtsbehörden und Kartellamt sollten zudem "solchen Machenschaften Einhalt gebieten". Das "gleichgerichtete, simultane Verhalten der Netzbetriebe" belege "verbotene Marktabsprachen".

Im Unterschied zur gerichtlich rückgängig gemachten Kündigung durch die Thüringer Energienetze (TEN) führen die sächsischen Netzbetreiber ins Feld, MK-Energy sei zumindest bis zum Kündigungszeitpunkt mehrmals fällige Vorauszahlungen auf Netzentgelte oder Sicherheitsleistungen schuldig geblieben. Auch das Bayernwerk hatte seine Kündigung ähnlich begründet. Care Energy bestreitet diese Gründe jeweils.

Netz Leipzig sprach von "mehrfacher Nichteinhaltung von vereinbarten Vorauszahlungsterminen". Die 5300 Care-Energy-Kunden wechselten am 1. Oktober in die Grundversorgung durch die Stadtwerke Leipzig, die Mutter von Netz Leipzig, oder durch die RWE-Tochter Envia M (in einigen Stadtteilen Leipzigs und in Schkeuditz-Glesien). In Delitzsch sind nach Angaben von Netzgeschäftsführer Andreas Linger gegenüber der ZfK 320 Endverbraucher betroffen. Sie sind nun in der Grundversorgung durch die Technischen Werke Delitzsch (TWD), die Mutter von Netz Delitzsch. (geo)