Hoch- und Höchstspannungsnetze bilden das Rückgrat der Stromversorgung. Bild: AÜW / Bruno Maul

Milliarden-Betrug auf Strom- und Gasmarkt

Kriminelle sollen ähnlich dem Emissionshandel auch den Strom- und Gasmarkt in großem Stil für Steuerbetrügereien genutzt haben.

Deutsche und europäische Behörden haben Firmennetze im Visier, die Staaten durch hinterzogene Umsatzsteuern um viele Milliarden gebracht haben könnten. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die europäische Polizeibehörde Interpol spreche von Fällen mit "historischer Dimension".

In Deutschland soll u.a. der EnBW-Konzern im Fadenkreuz der Fahnder sein. Es gehe um illegale Karussellgeschäfte. Firmen handelten untereinander über Grenzen hinweg mit Strom. Ein Unternehmen verkaufe ihn steuerfrei nach Deutschland. Beim Weiterverkauf würden eigentlich 19 % Umsatzsteuer fällig. Man zahle aber nicht und reiche den Strom über gut verschleierte Firmen weiter - bis sich die Spur verliere, so die Süddeutsche weiter. Am Ende würde der Strom wieder ins Ausland verkauft. Dann lasse sich der letzte Verkäufer aber vom Fiskus die Steuer rückerstatten, weil der Handel innerhalb der EU nicht besteuert werden soll.

Dieses Betrugsschema würden die Ermittler aus dem CO2-Handel kennen. Nur sei der Emissionshandel mit einem Volumen von etwa 100 Mrd. € deutlich kleiner als der Strom- und Gasmarkt mit einer Größe von etwa 900 Mrd. €, so das Blatt. (hi/al)