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Minol-Zenner-Gruppe übernimmt dänische Brunata

Zurück in die Zukunft: Ehemals entstand Minol-Zenner aus einem deutschen Lizenz-Unternehmen der dänischen Brunata. Mit der Übernahme ist man zum drittgrößten Anbieter von Submetering-Lösungen geworden.

Das dänische Unternehmen Brunata International wird Teil der Zenner-Minol-Gruppe. Einen entsprechenden Vertrag haben beide Seiten in Kopenhagen unterzeichnet.

Damit übernimmt Minol in gewissem Sinne die eigene Keimzelle, denn das Kerngeschäft von Minol, die Heizkostenabrechnung, entstand aus der 1952 gegründeten Brunata Wärmemesser Werner Lehmann GmbH & Co. in Stuttgart als Lizenznehmerin der dänischen Brunata.

Nun drittgrößter Anbieter von Submetering-Lösungen

Seitdem sind die beiden Unternehmen kontinuierlich in Kontakt. „Mit der Übernahme von Brunata International durch die Minol-Zenner-Gruppe kommt wieder zusammen, was zusammen gehört“, sagt Eva Fischer Hansen, Vorstandsvorsitzende von Brunata.

Damit ist die Minol-Brunata-Zenner-Gruppe nun europa- und weltweit der drittgrößte Anbieter von Submetering-Lösungen. Mit der Übernahme nimmt die Gruppe auch auf dem skandinavischen Markt eine führende Position ein und baut mit rund 600 000 zusätzlichen Wohneinheiten das Geschäft auf weitere europäische Länder aus.

Internet der Dinge im Fokus

Wobei die Heizkostenabrechnung längst nicht mehr der alleinige Fokus der Gruppe ist: Sie setzt inzwischen auf die Vernetzung von Immobilien und der Mess- und Gebäudetechnik über Funk und das Internet der Dinge.

Die Übernahme steht im Zeichen zweier Strategien, die Minol-Zenner seit einigen Jahren verfolgt: Digitalisierung und Wachstum – sowohl organisch als auch durch Beteiligungen, Neugründungen und Übernahmen.

Lora-WAN als strukturelle Voraussetzung

Man unterstütze die Immobilien- und Versorgungswirtschaft weltweit, ihre Prozesse zu digitalisieren und Szenarien wie Smart Metering, Smart Living und Smart City in die Praxis umzusetzen. Die strukturellen Voraussetzungen schaffen Long Range Wide Area Networks (Lora-WAN). 

Das Monitoring sowie die Steuerung und Abrechnung des Energieverbrauchs seien auf dieser Basis genauso möglich wie Smart-City-Anwendungen – also intelligente Entsorgungs-, Beleuchtungs- und Parksysteme oder Verkehrssicherheits-Lösungen.

Neue Energieeffizienz-Richtlinie verabschiedet

Die Vernetzung dieser intelligenten Technologien stehe erst am Anfang. Die EU-Richtlinie zur Energieeffizienz (EED) wurde kürzlich verabschiedet. In Dänemark wurde die neue EED bereits in großen Teilen umgesetzt, und die Bewohner können schon jetzt tagesaktuell ihren Energieverbrauch einsehen. "Der Smart Meter Rollout, der uns in Deutschland erst noch bevorsteht, ist hier längst über die Bühne. Von diesen Erfahrungen können wir natürlich profitieren“, sagt Alexander Lehmann. (sg)