Die Konzernzentrale des Mannheimer Kommunalversorgers MVV Energie AG. Bild: MVV Energie AG

MVV will bald die Früchte ernten

Die niedrige Marge bei der Stromerzeugung belastet MVV Energie, doch Besserung ist ab 2014 in Sicht.

Der Mannheimer Versorger MVV Energie blickt optimistisch auf die kommenden Jahre. Zwar wird das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs von den niedrigen Margen aus dem Stromgeschäft belastet. Doch für die Zeit ab 2014 will das Unternehmen die Früchte aus seinem Investitionsprogramm ernten, das vor drei Jahren begonnen hatte und bei dem bis 2020 rd. 3 Mrd. € in erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und die energetische Nutzung von Abfällen investiert wurden und werden. Bereits jetzt gebe es erste Ergebnisbeiträge des Programms; doch die vollen Ergebnisbeiträge leisten Anlagen wie die Abfallverwertungsanlage in Plymouth oder das Biomasse-Kraftwerk in Ridham Dock erst in den kommenden Jahren.

Auch MVV spürt die Auswirkungen des Umbaus in der Energiewirtschaft, berichtet MVV-Vorstandsvorsitzender Dr. Georg Müller auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag (12. Dez.). Die Erneuerbaren übernehmen die Leitfunktion im Energiesystem, so Müller. Sie drängen mit ihren geringen Betriebskosten praktisch zum Nulltarif in den Markt – niedrigere Preise an der Strombörse seien die Folgen. Umkehren lasse sich die Realität nicht mehr. "Die Antwort lautet: Alle müssen sich drehen, wenn unsere Energieversorgung sauberer werden soll", so Müller.

Die Forderung schließe die Politik ausdrücklich ein. Erneuerbare müssten Systemverantwortung übernehmen, sie müssten sichere Leistung vorhalten. Der Koalitionsvertrag zeige in dieser Hinsicht in die richtige Richtung, er sei der erste Koalitionsvertrag, der den Systemwechsel tatsächlich angeht. Drei Hauptaufgaben wies Müller der neuen Bundesregierung zu: Das EEG müsse schrittweise und mit Augenmaß reformiert, KWK ausgebaut sowie bis 2015 ein Kapazitätsmarkt entworfen werden.

MVV hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (zum 30. Sept.) erstmals beim Jahresumsatz die Marke von 4 Mrd. € geknackt. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted Ebit) reduzierte sich dagegen um knapp 6 % auf rd. 210 Mio. €. Das gesunkene Zinsniveau und eine niedrigere Steuerquote hingegen ließen den Jahresüberschuss sogar um rd. 4 % auf 102 Mio. € steigen. (wa)