N-Ergie legt solide Zahlen vor

Der Nürnberger Energieversorger prüft den weiteren Einsatz von Speichertechnologie. Wärmespeicher erfüllt die Erwartungen.

Für eine dezentral geprägte regionale Energiewende hat sich im Rahmen der Bilanzpressekonferenz des Nürnberger Energieversorgers N-Ergie AG gestern erneut der Vorstandsvorsitzende Josef Hasler ausgesprochen."Nach dem zellularen Modell werden Erzeugung, Speicherung und Verbrauch dort ausbalanciert, wo erzeugt, gespeichert und verbraucht wird, also auf lokaler Ebene", betonte Hasler und verwies auf die VDE-Studie "Der Zellulare Ansatz". Gemäß dieser ließe sich durch einen konsequent dezentralen Ansatz der Stromtransportbedarf um bis zu 45 Prozent reduzieren. Diesem Konzept stünden aber auf nationaler und europäischer Ebene zentrale Ansätze entgegen. "Wir müssen den Ausbau von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen kritisch hinterfragen", sagte Hasler.

Die N-Ergie will den zellulären Ansatz in ihrem Geschäftsfeld durch verstärkte Nutzung von Flexibilitäten bei der Erzeung und dem Verbrauch von Energie weiter fördern. So ist der Bau einer 110-kV-Hochspannungsleitung zwischen Wassertrüdingen und Eßlingen vorerst verschoben worden. Durch den Einsatz von Ortsnetztransformatoren und Speichertechnologie könnte sich der Ausbau sogar erübrigen. N-Ergie hat bereits im Rahmen des Innovationsprojekts Swarm gute Erfahrungen mit einem Energiespeichersystem in 65 Haushalten gemacht. Ein weiterer wichtiger Baustein bei der Nutzung von Flexibilitäten ist der im Sommer 2015 in Betrieb genommene Wärmespeicher. Dort wurden im vergangenen Jahr rund 50 000 MWh Wärme geladen und wieder entnommen. Die höchste eingespeicherte Wärmemenge lag bei 775 MWh am Tag.

Trotz eines schwierigen Marktumfelds hat der kommunale Energieversorger auch im vergangenen Jahr solide Zahlen erwirtschaftet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 119, 2 Mio. Euro (Vorjahr: 114,5 Mio.) Davon wurden 67,7 Mio. Euro (Vorjahr: 66,9 Mio.) an den Hauptaktionär, die Städtischen Werke Nürnberg GmbH und  29,7 Mio. Euro (VJ: 30,5 Mio) an Großaktionär Thüga abgeführt. Unterm Strich verblieb ein Jahresüberschuss von 15 Mio. Euro, mit dem das Eigenkapital der N-Ergie gestärkt wird.

Der Umsatz des kommunalen Unternehmens sank im Vergleich zum Vorjahr leicht um 3,6 Prozent auf 2,145 Mio. Euro. Zwei Drittel des Umsatzes entfallen dabei auf Erlöse aus Stromlieferungen. Der Stromabsatz von N-Ergie ging im vergangenen Jahr um 9,1 Prozent auf rund 14 020 Mio. kWh zurück. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere Mengenrückgänge im Key-Account-Segment. Positiv entwickelte sich aufgrund der kälteren Witterung der Absatz von Stromwärmeprodukten. Gleichzeitig wurde deutlich mehr Erdgas verkauft, hier konnte die Absatzmenge um 27,8 Prozent auf 14 866 Mio. kWh gesteigert werden. Das hängt zum einen mit einem Mengenzuwachs durch Neukunden sowie der kälteren Witterung zusammen. Auch mehr Fernwärme wurde verkauft. Hier stieg der Absatz um 5,3 Prozent auf 1056 Mio. kWh, der Wasserabsatz stieg um 5,8 Prozent auf 33,1 Mio. Kubikmeter Wasser. (hoe)