Neue RWE-Tochter soll im April starten

Der Aufsichtsrat hat einstimmig den Konzernumbau von RWE genehmigt. Auch die Kommunen stimmten zu.

Die Kommunen halten rd. 25 % der Anteile am Essener Energiekonzern RWE. Vier kommunale Vertreter sitzen im Aufsichtsrat des Unternehmens. Durch den Umbau des Energieversorgers und die Ausgliederung der Geschäftsbereiche Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in eine neue Tochtergesellschaft könnten diese an Einfluss verlieren. Offensichtlich gewichten die an RWE beteiligten Städte die aus dem Konzernumbau resultierenden Ertragschancen aber deutlich höher. Der Aufsichtsrat von RWE hat deshalb am vergangenen Freitag (11.12.) einstimmig grünes Licht für die Neuordnung des RWE-Konzerns gegeben. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Günter Schartz vom Verband der kommunalen Unternehmen begrüßten den Schritt als "intelligente Lösung für eine positive Konzernentwicklung", heißt es in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)". Die Kommunen erhofften sich vom Börsengang der neuen RWE-Tochtergesellschaft frisches Kapital für Wachstumsinvestitionen. Diese könnten letztlich auch "zu einem Anstieg von Aktienkurs und Dividende" führen. Die Talfahrt der RWE-Aktie und die deutlich gesunkenen Dividenden hatten in zahlreichen städtischen Haushalten, vor allem in NRW, deutliche Spuren hinterlassen.

Gemäss Informationen verschiedener Medien soll die neue Tochtergesellschaft von RWE bereits am 1. April 2016 starten. Dies soll aus einem Schreiben des RWE-Vorstands an alle Mitarbeiter hervorgehen. Ein Name für das Unternehmen wird noch gesucht. Laut der "WAZ" sollen unter anderem die Deutschland AG, die Innogy GmbH in Essen, sowie die Vertrieb AG und die Effizienz GmbH in Dortmund unter das Dach der Tochtergesellschaft wechseln. Mit dem Aufbau der neuen Gesellschaft selbst sei kein Arbeitsplatzabbau verbunden. Die Kosten- und Effizienzprogramme in den einzelnen Gesellschaften würden aber weiterlaufen, heißt es weiter.

Angesichts der radikalen Veränderungen in der Energielandschaft sei die Neuordnung des RWE-Konzerns aber ein notwendiger und richtiger Schritt, bekräftigte der Arbeitnehmervertreter und stv. Aufsichtsratsvorsitzender der RWE AG, Frank Bsirske. "Mit dieser Entscheidung geben wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine langfristige Perspektive. Nur eine gesunde RWE ist ein sicherer Arbeitgeber", sagte Bsirske. Durch den Umbau stärke der RWE-Konzern seine Investitionskraft für die Energiewelt von morgen und damit auch die Zukunftsfähigkeit der gesamten RWE, ergänzte Manfred Schneider, Aufsichtsratsvorsitzender der RWE AG.

Die RWE AG will ihre neue Tochtergesellschaft voraussichtlich Ende des nächsten Jahres an der Börse platzieren. Der Mutterkonzern RWE AG selbst wird sich auf die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel konzentrieren. Er soll auch langfristig Mehrheitsaktionärin der neuen Tochtergesellschaft bleiben und diese voll konsolidieren. (hoe)