Neuss: Aufsichtsrat prüft arbeitsrechtliche Schritte

Neben Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt ermittelt auch die Steuerfahndung gegen die Stadtwerke Neuss.

Nach der Großrazzia bei den Stadtwerken Neuss (SWN) prüft der Aufsichtsrat offenbar arbeitsrechtliche Schritte. Es geht unter anderem um den Verdacht auf Korruption und Untreue. In einer Sondersitzung am Donnerstagabend hat das Kontrollgremium der SWN entschieden, ein externes Gutachten einzuholen. Dies berichtet die "Rheinische Post" (RP). "Wenn das Gutachten vorliegt, werden wir in einer weiteren Aufsichtsratssitzung entscheiden, welche Konsequenzen zu ziehen sind – wenn welche zu ziehen sind", wird Aufsichtsratsvorsitzende Elisabeth Heyers in dem Artikel der RP zitiert. Im Visier der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt soll Heinz Runde (66), der Vorsitzende der Geschäftsführung der SWN, stehen. Für Runde gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung stellte Elisabeth Heyers klar. Die "Rheinische Post" will aber erfahren haben, dass hinter verschlossenen Türen im Aufsichtsrat auch über eine mögliche Freistellung Rundes diskutiert wurde.

Gemäss RP-Recherchen geht es bei den Ermittlungen nicht nur um den Vorwurf der Untreue und Korruption, sondern auch um den Verdacht der Steuerhinterziehung bei den Stadtwerken. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob Bewirtungen in einem Edelrestaurant, Dienstreisen und die Nutzung eines Saunaabends mit VIP-Tickets als Betriebsausgaben hätten deklariert werden müssen. Der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer drängt unterdessen auf eine rasche Aufklärung. "Ich befürchte einen Imageschaden für die Stadtwerke und die Stadt", sagte Breuer.  (hoe)