Neuss: Geschäftsführer bietet Rücktritt an

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Neuss steht unter Korruptionsverdacht. Einer Abberufung war er offenbar erst vergangene Woche knapp entgangen.

Seit Mitte Dezember ermittelt die Staatsanwaltschaft Wuppertal gegen Heinz Runde (66), den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Stadtwerke Neuss, wegen des Verdachts auf Korruption und Untreue. Der Druck auf Runde ist in den vergangenen Wochen immer größer geworden. Gestern hat der Stadtwerke-Chef angeboten, seine Geschäftsführungsfunktionen niederzulegen. Die zuständigen Gremien würden über das Angebot von Runde kurzfristig beraten, teilten die Stadtwerke Neuss in einer Medienmitteilung mit. "Das weitere Vorgehen wird abgestimmt, eine Erklärung dazu wird es heute nicht geben", schreibt Dr. Jörg Geerlings, Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Personalausschusses der Stadtwerke Neuss heute auf Anfrage der ZfK. Der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer geht aber gemäß Medienberichten davon aus, dass die Gremien das Angebot annehmen werden. Bereits in der Vorwoche war der Antrag, Runde aus dem Amt zu entfernen nur knapp in der Gesellschafterversammlung gescheitert. Gemäß "Rheinischer Post" wäre diese Abstimmung heute wiederholt worden.

Heinz Runde sollte Ende Mai diesen Jahres planmäßig aus seinem Amt ausscheiden. "Es ist zu vermuten, dass in den Gremien und in der Öffentlichkeit die Debatte um meine Person bis zu meinem planmäßigen Ausscheiden nicht abreißen wird. Das entwickelt sich für die Stadtwerke Neuss, insbesondere auch für die Mitarbeiter, zu einem belastenden Zustand", wird Runde in der Medienmitteilung der Stadtwerke zitiert. Diese Situation könne sich zum Schaden der Stadtwerke entwickeln, dies wolle er auf jeden Fall vermeiden, so Runde. Dr. Jörg Geerlings, Vorsitzender des Aufsichtsrats- und Personalausschusses der Stadtwerke Neuss zollte Runde in der Mitteilung seinen Respekt für seinen Entschluss. Zudem lege er Wert auf die Feststellung, dass es sich nicht um ein Schuldeingeständnis Rundes handle. Der 66-Jährige hatte Ende vergangenen Jahres gegenüber der Staatsanwaltschaft sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen.

Gemäß einem heute erschienenen Artikel in der "Rheinischen Post" hatte Reiner Breuer, der Bürgermeister der Stadt Neuss, Runde offenbar bereits in den vergangenen Wochen eine Fortzahlung der Bezüge angeboten für den Fall, dass Runde seine Amtsgeschäfte ruhen lasse. Dies wurde aber offenbar ausgeschlagen. Der Bürgermeister machte aber klar, dass er einem Auflösungsvertrag mit Abfindung nie zustimmen werde. "Der goldene Handschlag ist keine Option", so Breuer. Er wertete Rundes Rücktrittsangebot als Forschritt. "Heinz Runde erkennt offensichtlich selbst, dass es ein Weiter so nicht geben darf", stellte der Bürgermeister klar. (hoe)