Peruanischer Bauer gibt nicht auf gegen RWE

Der Bergführer und Kleinbauer Luciano Lliuya aus Peru hat Berufung gegen das Urteil des Landesgerichts Essen in seinem Zivilverfahren gegen RWE eingelegt.

Das Verfahren ist ein Präzedenzfall. Bergführer und Kleinbauer Saul Luciano Lliuya, möchte, dass RWE für seinen Anteil an der Verursachung des Klimawandels entsprechend für Schutzmaßnahmen an einem Gletschersee oberhalb der Andenstadt Huaraz aufkommt. Dem Teil der Stadt, in dem Luciano Lliuya wohnt, droht wegen einer Gletscherschmelze akute Flutgefahr. RWE hatte die Forderung abgelehnt.

In erster Instanz wurde nun die "Klimaklage" Mitte Dezember vom Landgericht Essen abgewiesen. "Die Begründung des Landgerichts Essen für die Abweisung der Klage ist aus unserer Sicht falsch", zitiert Germanwatch die Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen aus Hamburg, die für Luciano Lliuya kämpft. Diese lasse die vorgebrachten Sachverhalte zum Zusammenhang zwischen Emissionen von CO2 und der konkreten Gletscherschmelze außer Acht und unterstelle trotz "anerkannter möglicher naturwissenschaftlicher Kausalität" ganz generell eine fehlende rechtliche Kausalität, so ihre Begründung.

Verheyen sieht aber sehr wohl eine Kausalität auf rechtlicher Ebene gegeben. "Nur weil viele Verursacher eine bestimmte Folge herbeiführen, entfällt nicht die rechtliche Verantwortung des Einzelnen", erläutert die Rechtsanwältin. Sie will nun vor dem Oberlandesgericht Hamm weiterkämpfen und hoffe, dass dieses ihre Rechtsauffassung teile. (sg)