Prokon: EnBW beschwert sich über Benachteiligung

Morgen (2. Juli 15) stimmen die Prokon-Gläubiger ab, ob das Unternehmen als Genossenschaft weitergeführt, oder von EnBW übernommen wird.

Für den Insolvenzverwalter stehen zwei Optionen zur Auswahl: Die Übernahme von EnBW mit 550 Mio. € in bar sowie die Umwandlung in eine Genossenschaft. Nun soll sich EnBW laut "Handelsblatt" beim Insolvenzverwalter und beim Insolvenzgericht schriftlich über "Mehrfache Regeländerungen" beklagt haben. So habe Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin am vergangenen Freitag überraschend mitgeteilt, dass die Quote für die Gläubiger beim Genossenschaftsmodell um 1,1 %-Punkte auf 57,8 % sinke. Dies habe an den bereits bis dahin 36 000 erteilten Vollmachten der Anleger für dieses Modell gelegen. EnBW beschwerte sich über diese kurzfristige Änderung, die den Eindruck entstehen lasse, "das auf ein bestimmtes Ergebnis hingesteuert werden soll", zitiert das Handelsblatt EnBW-Anwälte. Penzlin habe die Vorwürfe "mit Nachdruck" zurückgewiesen.

Desweiteren kritisieren die Anwälte, dass ein Konsortium aus Genossenschaftsbank GLS, die Elektrizitätswerke Schönau und die Naturstrom AG den Genussscheininhaber von Prokon angeboten habe, deren Genossenschaftsanteile zu kaufen. Laut EnBW-Anwälten sei dies ein möglicher Verstoß gegen die Insolvenzverordnung.

Zuvor hatten sich 80 % der Prokon-Mitarbeiter lt. Medienberichten in einer Umfrage für die Umwandlung in eine Genossenschaft ausgesprochen. (sg)