RWE muss Ordnungsgeld von 45 000 Euro zahlen

Wegen unlauteren Wettbewerbsmethoden muss der Essener Energiekonzern ein Ordnungsgeld an die Staatskasse zahlen.

Die Stadtwerke Northeim (Niedersachsen) hatten bereits im September 2013 eine einstweilige Verfügung erwirkt, in der RWE unlautere Praktiken durch eigene oder fremde Mitarbeiter untersagt wurden, teilte der Versorger in einer Pressemitteilung mit. Damals wie auch in den jüngst verhandelten Fällen hätten Mitarbeiter eines für RWE tätigen Vertriebsdienstleisters an Haustüren unwahre oder irreführende Angaben gemacht. Etwa, der Konzern arbeite mit den Stadtwerken zusammen. Zudem seien Kunden unter dem Vorwand von günstigen Preisen zur Unterschrift gedrängt worden, ohne zu wissen, dass sie damit den Energielieferanten wechseln würden.

Laut dem Leiter Energiehandel und Vertrieb der Stadtwerke Northeim, Joachim Kaiser, hätte nur einer der etwa 50 der daraufhin kontaktierten Kunden, die gekündigt hatten, tatsächlich den Anbieter wechseln wollen. Daher habe man rechtliche Schritte gegen RWE eingeleitet. Die ungewollten abgeschlossenen Verträge habe man außerdem durch schnelles Reagieren rechtzeitig widerrufen können. Der Essener Energieversorger muss nun aufgrund eines Beschlusses des Landgerichts Göppingen ein Ordnungsgeld in Höhe von 45 000 Euro an die Staatskasse zahlen.

RWE äußerte sich der ZfK gegenüber dazu folgendermaßen: Die bisherige Berichterstattung in den Medien entspreche nicht vollumfänglich dem verkündeten Urteil. Unberücksichtigt blieben etwa, dass es sich lediglich um einen Teilerfolg des Klägers handle. Mehr als die Hälfte der erhobenen Vorwürfe seien vom Gericht zurückgewiesen worden. In drei Punkten — hier stand Aussage gegen Aussage — habe das Gericht jedoch dem Kläger Recht gegeben, so ein RWE-Sprecher.

Allerdings wolle man die Anmerkungen des Gerichts ernst nehmen und die Qualität und Beratung der für RWE tätigen Außendienstmitarbeiter verbessern. Eine des Essener Energiekonzerns permanent durchgeführte Marktforschung habe zudem ergeben, dass die im Rahmen des Door2door-Vertriebs besuchten Kunden deutlich zufrieden mit der Beratung und dem Vertrag von RWE sind. Die Beschwerdequote liege hier nur im Promillebereich. (sg)